Adressen mit historischem Bezug

zu Deutschen, Österreichern und Schweizern

a. ALT-KOPENHAGEN

Christiansborg Slotsplads: Den Røde Bygning, Gebäude der Deutschen Kanzlei, erbaut 1715 - 1721. Bis 1864 arbeiteten hier die holsteinischen Beamten. Heute das Finanzministerium; nur der Empfangssaal noch in ursprünglichem Zustand. - Hofkirken på Christiansborg. Die Hofkirche. Der jetzige Bau ist nach dem Brand von 1794 errichtet worden. In der Vorgängerin deutsche Predigten für die deutschsprachigen Angestellten des Hofes. Berühmtester Prediger Prof. theol. J.A.Cramer ab 1754 - Die Apostelstatue des Lucas stammt von Freund. - Die Marmorstuckrestaurierung nach dem Brand von 1992 unternahm Meister Manfred Siller aus Stuttgart.

Søren Kierkegaards Plads: Tøjhusets Gård. Hier steht Bissens Idstedtlöwe, 1862 Friedhof Flensburg, 1864 Berlin, 1945 Kopenhagen als Geschenk der USA. Der Sockel stammt aus dem Jahre 1999.

Stormgade 21-23: Haus der pietistischen Brüdergemeine 1783. Gebäude abgerissen, um Platz für das Nationalmuseum zu schaffen.

Ny Vestergade 2: Gedenktafel an Wigant Michelbeckers Palæet i Kalveboderne, später Prinsens Palæ. 1.11.1685 hier erster reformierter Gottesdienst in Dänemark in deutscher Sprache.

Ny Kongensgade 6-8: Haus der deutsch-dänischen Familie von Justizrat Wilhelm Lehmann, wo zum ersten Mal in Dänemark nach elsässischem Vorbild ein Weihnachtsbaum mit Lichtern aufgestellt wurde.

Frederiksholms Kanal 12: Prinsens Palæ. Kronprinzliches Palais. Hier wohnten der Arzt J.J. von Berger bis 1783 und Carsten Niebuhr 1773 bis 1778. Heute Nationalmusum.

Frederiksholms Kanal 28: Ziviler Teil des Materialgården mit Künstlerateliers und -wohnungen im 18. und 19. Jahrh. Hier hatte erst Diedrich Gercken seine Werkstatt, dann Johannes Wiedewelt 1791 - 1802 seine Werkstatt und Wohnung, die von H.E. Freund nach 1828 übernommen wurde und in pompejanischem Stil eingerichtet wurde. Im Gegensatz zu H.V. Bissen und Carl Nielsen haben die drei deutschbürtigen Künstler hier keine Gedenktafel erhalten. Bildhauer Johannes Wiedewelt (1731 - 1802), dessen Großvater aus Deutschland stammte, schuf die Figur der Treue am Freiheitsobelisken und die Sarkofage von Christian VI. und Frederik V. in Roskilde. Viele seiner Figuren verbrannten, als Christiansborg 1794 zugrunde ging. Die Säule im Bassin des Gartens der Kgl. Bibliothek (1999) ist ihm gewidmet. Die Möbel aus Freunds Wohnung sind heute im Nationalmuseum Frederiksborg zu sehen. Wiedewelt und Freund sind auf dem Assistens Kirkegård begraben.

Nørre Voldgade 12: früher Sitz des Kastrup Glasværk A/S, gegr. vom Leiter des Holmegaard Glasværk Bernhard Friehling (1797 - 1874), dessen Familie Mitglied der St Petri-Gemeinde war. Direktor bis 1874. Der in Kopenhagen geborene F. war der Gründer der dänischen Glasindustrie.

Nørre Voldgade 106: Goethe-Institut Kopenhagen, deutsches Kulturinstitut. Erdgeschoss Bibliothek, 2. Stock Büros und Vortragsraum. www.goethe.de/kopenhagen

Nørregade 15 : Haus Godtkøb (Gutkauf). Hier befand sich von 1701 bis 1807 die dritte Pfarrerresidenz der St. Petri-Kirche.

Nørregade 19 / Sankt Peders Stræde 2: Sankt Petri-Kirche und Friedhof mit Grabkapellen und St. Petri-Kräutergarten mit Gräbern zahlreicher bürgerlicher und adeliger deutscher Familien, u.a. mit Epitaphien von Johannes Wiedewelt und Andreas Weidenhaupt. Zur Nørregade hin ursprünglich Verkaufsbuden und Wohnungen für Totengräber und neben der Kirche ab 1643 die Kirchenschule bis 1728, da wo jetzt Telefonhuset steht. Kleiner Friedhof im Verhältnis zur Größe der Kirche. Das genaue Baujahr der Kirche ist unbekannt Die Kirche ist aber mit Sicherheit die älteste in Kopenhagen, zum ersten Mal 1304 erwähnt. Die Mauer stammt teilweise aus dem 17. Jahrhundert. Von ca.1540 bis 1584 Kanonen- und Glockengießerei, danach ununterbrochen Kirche der deutsch-lutherischen Gemeinde auf der Basis königlicher Privilegien Frederiks II., die seitdem öfters revidiert wurden. Ein königlicher Patron hat die Aufsicht und vertritt die Krone bei der Gemeinde. Erst gegen 1630 war die Kirche wieder voll funktionsfähig und wurde barockisiert, mit einem Nordflügel und danach mit einem Südflügel zu einer Kreuzkirche erweitert. 1728 brannte sie total aus und 1807 noch einmal. Diese Schäden hat die Kirche nie richtig überwunden, zumal die Gemeinde im 19. und 20. Jahrhundert nicht mehr so wohlhabend war. Die Emporen und die Sakristei sind verschwunden. Kanzel und Altarbild stammen aus der Zeit um 1820. Die jetzige große Restaurierung ist nur dadurch möglich gewesen, dass das Eigentumsrecht an den dänischen Staat abgetreten worden ist. Die Turmspitze von 1756 hat einen Brand und eine Bombardierung überlebt und die Spitze von Johann Boye Junge sen. ist heute wohl die schönste Rokokoturmspitze der Stadt. Die 85 m hohe Spitze wurde mit Mitteln des dänischen und des westdeutschen Staats und der Stadt Kopenhagen 1971-1973 total renoviert.

Nørregade 21: neben der alten Knabenschule gelegen und von 1705 bis 1728 Wohnung des deutschen Hofpredigers. 1735 bis 1807 eines der drei Sankt Petri-Pastorate. Von 1774 bis 1792 Wohnung von Pastor Münter. 1807 total abgebrannt und 1813 wieder aufgebaut. Ab 1819 Wohnung und Labor des Physikers H. C. Ørsted. Heute Direktion der Tele Danmark.
 
Nørregade 31: 1779 - 1794 Wohnung von Jurist und Schriftsteller Adolph Gotthard Carstens.
 
Nørregade 39: Assessor Hegers Hof. 1786 - 1789 Wohnung von Kupferstecher J.F. Clemens und 1786 - 1787 von Violinist Johann Ernst Hartmann.
Sankt Peders Stræde 3: Kirchen-Knaben-Schule von 1734 bis 1899. Ursprünglich nur Teil eines Zwillinghauses, dessen andere Hälfte der Kantor bewohnte. Die Schule selber befand sich im ersten Stock und in der Dachetage. Der Keller war an einen Kapitän vermietet, der Hilfslehrer bewohnte das Erdgeschoss. Ende des 18. Jahrhunderts wohnten 12 Leute in diesem kleinen Haus: der Lehrer und seine Frau mit 5 Kindern, der Hilfslehrer, 2 Dienstmädchen, 2 Internatsschüler. Die beiden Häuser wurden nach dem Brand von 1795 zusammengelegt, doch mit zwei Eingängen. Im ersten Stock waren jetzt zwei große Klassenzimmer und eine weiteres kleineres Zimmer in der Dachetage. Ein zweiter Hilfslehrer konnte nun auch einziehen. 1848 war die Schule zu klein geworden und das ganze Kantorenhaus wurde übernommen. Der Kantor zog in das kleine Haus des Totengräbers (Nr. 7) um. Das Doppelhaus wurde um eine Etage erhöht. Ein großes und zwei kleine Klassenzimmer entstanden. Der Kantoreneingang wurde zugemauert und die Treppe in die Hofseite verlegt.

Sankt Peders Stræde 4: Sankt Petri-Mädchenschule 1858 - 1935 und zehn Jahre Sankt Petri-Kindergarten. Erbaut von Jens Juel Eckersberg. Ursprünglich Eingang zur Straße und mit Privatwohnung der Schulleiterin und einer weiteren Wohnung. Nur im dritten und vierten Stock (Dachetage) Klassenzimmer.Einen Turnsaal hatte die Schule nicht, weil man damals Sport für Mädchen als unpassend ansah. Erst ab 1900 konnte man den Turnsaal der Jungen in der Larslejsstræde mitbenutzen, zusammen mit der dänischen Freischule in der Larslejsstræde. 1898 umgebaut, um mehr Platz für Unterricht zu gewinnen, d.h. die Wohnungen verschwanden. Noch bis in die 1940er Jahre hinein wurde das zum Abriss bestimmte Gebäude von der Schule als Annex benutzt. Es gehört heute der Stadt Kopenhagen.

Sankt Peders Stræde 32: "Sankt Petri Kirchen-Mädchen-Lehr- und Arbeitsschule", für 50-60 arme Mädchen, gegründet 1771 von Pastor Balthasar Münter, hier im Hause von 1808 - 1857. Das jetzige Haus ist später um eine Etage erhöht worden. Lehrer Bramsen und Frau Inger Marie wohnten im Hause. Auch Frau Bramsens privates Mädcheninstitut für Töchter aus besser gestellten Familien zog mit ein. Wahrscheinlich hatte die Schule ein Stockwerk für sich und Frau Bramsen einen Schulraum, während der Rest vermietet war. Der beste Lehrer der Mädchenschule war der am Christianischen Institut ausgebildete Jens Andreas Bramsen, dessen Vater Holsteiner war. Er war ein moderner Pädagoge, der Versetzungszeugnisse, Spaziergänge, eine Bücherei, die Wahl des "liebenswertesten Kindes" u.a. einführte. Bramsen ist auch die Gründung der "Ermunterungsgesellschaft" zu danken, ein Sparklub der besser gestellten Mächen, die daraus Bargeschenke für die Freischulmädchen bezahlten. Viele Bürger und die königliche Familie finanzierten das Unternehmen mit. Jedes Jahr zu Weihnachten fand ein "Fest der Menschenliebe" statt. Ein Bramsensches Legat gibt es offenbar noch heute.

Larslejsstræde 1: Sankt Petri-Hauptpastorat seit dem 18. Jahrhundert bis 1937, denkmalsgeschütztes Haus von 1822. Das eingeschossige Nebengebäude enthielt die Pförtnerwohnung und den Stall.

Larslejsstræde 5: Sankt-Petri-Kirchenknabenschule und Knabenrealschule ab 1899, ab 1936 auch für Mädchen. Heute die deutsch-dänische St. Petri-Schule. Zur Schule gehören auch Räume im Nebengebäude, dem ehemaligen Altenstift. Architekt war der in Kopenhagen ausgebildete Hamburger Frederik Levy, der mehrere Schulen in Kopenhagen baute. Die Klassen zu Larslejsstræde haben Morgenlicht von Osten her. Zwischen der Schule und dem Altenstift liegt der Schulhof, um Abstand zwischen beiden Institutionen, aber dennoch Leben zu schaffen. Die Haupttür erinnert an die - fiktive - mittelalterliche Geschichte der Schule. Der Schutzpatron Sankt Peter ist zu sehen und die Devise "Wohl dem der Weisheit hat" lässt sich ablesen. Der Baustil ist eine Mischung von Gotik, Renaissance und Barock. Die Zentralheizung war damals das Neueste vom Neuen. Aber einen Fahrradschuppen gab es noch nicht und heute ist er auch nicht mehr nötig, da die Kinder mit der S-Bahn oder im Auto ihrer Eltern kommen. Die Schule war anfänglich zu groß und einige Räume wurden an eine Privatschule vermietet. Dann war sie zu klein und die alte Mädchenschule wurde mitbenutzt. 1945 musste man die meisten Räume an deutsche Flüchtlinge abtreten und danach vermietete man wieder an eine andere Schule, weil sie wieder zu groß war. In den siebziger Jahren war sie wieder zu klein und ein Anbau an der Westseite kam dazu. Schließlich musste man das sich leerende Stift dazunehmen.

Larslejsstræde 7: Die St. Petri-, Pelts und Thymes Stiftungen. Haus von 1899, das ältere von 1819 abgerissen. Heute Teil der Schule. Ursprünglich eine Pflegeanstalt für arme Alte auf dem Materialhof der Kirche, dann 1775 erweitert durch eine Stiftung des Kaufmanns Winand Thyme und seiner niederländischen Frau. Daran angebaut wurde ein neuer Teil aus der großzügigen Stiftung des Amsterdamer Zuckersieders Abraham Pelt im Jahre 1779, wonach die Gemeinde wieder ein Haus neben dem Anbau kaufte, es renovierte und Thymes Stiftung nannte. Die Insassen waren Witwen oder Witwer oder Ledige, die sich nicht selber ernähren konnten. Sie hatten freie Wohnung und bekamen Heizungsgeld. Das Familienbild von Pelt hängt im Pastorat. 1807 brannten alle Häuser aus und sie wurden beim Wiederaufbau 1819 zu einem Gebäude vereinigt.

Larslejsstræde 9: Die Stiftung Gebrüder Petersens Jungfernkloster, der Gemeindesaal Bugenhagensaal und das deutsch-lutherische Pastorat. Das 1768 gegründete Kloster lag bis 1938 am Amagertorv, aber nach einem Grundstückstausch zog es in das neue Gebäude hier ein.

Studiestræde 7: Nach 1750 und bis 1795 Wohnung und Labor des Professors der Physik, Mechanik und Medizin Christian G. Kratzenstein. Beim Brande ging seine große Sammlung von Instrumenten und Büchern verloren.

Studiestræde 22: Bäckermeister Joh. Peter Krehmers Hof von 1795, eine der vielen von Deutschen gegründeten Bäckereien. Mit Sandsteininschrift im Hausflur (www.latinerkvarter.com :Tafel) Lieferte während der deutschen Besetzung das Brot für Dagmarhus.

Studiestræde 36, Grundtvigs Hus: Hotel von der Wehrmacht 1940 beschlagnahmt, ab 1943 das ganze Gebäude mit einer Telefonzentrale im Kirchensaal im Kellergeschoss. Auf diesem Grundstück stand die älteste St. Petri-Mädchenschule, die St. Petri-Freischule, wo Mädchen und Jungen der St. Petri-Gemeinde ab 1771 gratis Unterricht bei Schullehrer Huthselsieder und seiner Frau bekommen konnten. Zusammen mit vier anderen neuen Schulen wollte eine Gruppe von Bürgern damals die bettelnden Kinder von der Straße holen. Bis 1789 zogen er und seine Schule vier Mal um. Zusammen mit den Jungen waren es 60 Schüler, die in Christentum, Schreiben und Rechnen unterrichtet wurden.Am Nachmittag mussten die Mädchen Flachs spinnen und die Jungen wollene Strümpfe stricken. Ab 1789, als der junge Huthselsieder gestorben war, war die Schule nur noch für die 30-40 Mädchen zugänglich. Primus Motor des Projekts war Hauptpastor Balthasar Münter.

Dyrkøb 9: Haus Dyrkøb (Teuerkauf). Hier befand sich zur Zeit Christians IV. der Weinausschank des Rheinweinhändlers Johann Lehn, nach seinem Tode von seinem Sohn fortgeführt. Dr. Lassenius, der St. Petri Pfarrer, rief seinem zu spät gekommenen Küster zu, als der kleinlaut den Weihnachtschoral « Vom Himmel hoch, da komm ich her » auf der Orgel anstimmte : « Du kommst den Düwel, du kommst ut Dürkop! ». In einem Gedicht wurde Dyrkøb die Klippe genannt, an der so mancher Student gescheitert sei. In der Nørregade gab es noch eine Rheinweinstube und zwar mit dem Namen « Bacharach », die dem Feldscher Adam Daniel Asbach aus Bacharach gehörte.

Skindergade 12: Ursprünglich zwei heute abgerissene Häuser mit der Kong Salomons Apotek und dann (vor 1750) Sitz der großen Universitätsbuchdruckerei von J.J.Höpfner, wo Ernst Berling Arbeit bekam.

Gråbrødre Torv 8: Hjorts Gård. 1818 begann hier die Realschule fur Jungen.1828 wurde das Gebäude erworben von der St. Petri-Gemeinde.für die Jungenrealschule und die Mädchenfreischule.1858 baute man ein Seitenhaus im Hof dazu, wo die Schule ihren neuen Sitz bekam und ungestört vom Marktlärm war, während das Vorderhaus vermietet wurde. Architekt war der Sohn des Malers Eckersberg, Jens Juel Eckersberg, dem wir auch die Mädchenschule verdanken. Das Erdgeschoss war ein Turnsaal für Jungen, das erste Geschoss enthielt ein Klassenzimmer, das Lehrerzimmer, ein Büro, der zweite und dritte Stock je zwei Klassenzimmer. Für den Inspektor gab es eine Wohnung im Vorderhaus. Die Mädchen und Jungen hatten ihre besonderen Eingänge und ihren besonderen Pausenhof. 1900 zog die Schule in die Larslejsstræde um.

Skindergade 44: 6 Mitglieder der Gruppe Holger Danske verraten und von Deutschen erschossen im Februar 1944.

Fiolstræde 22: Hier lag das schmale heute verschwundene Schulhaus der St. Petri-Kirchen-Pflegeanstalt für Mädchen, das 1797 bezogen wurde. Außer der kleinen Schule hausten noch 8 Familien in Vorder-, Seiten- und Hinterhaus. Nach dem englischen Bombardement zog die Schule in die Sankt Peders Stræde 32 um. Diese Schule wurde bis 1799 verwaltet von der St. Petri-Pflegekommission, in der Praxis von den Pfarrern und Katecheten. Danach übernahm die städtische Armenkommission die Verwaltung und die Pflegekommission wurde umgetauft in die St. Petri-Schulkommission, die es noch heute gibt. Besonders Geschenke der königlichen Familie und 4000 Reichstaler von Frau Pauline Maria Tutein und 1000 Reichstaler des Barons von Bolten machten den Betrieb möglich.

Krystalgade 12: Synagoge, erbaut 1831 - 1833 von dem aus Stuttgart stammenden Architekten G.F. Hetsch. Sie löste die ältere Synagoge in der Læderstræde ab.

St. Kannikestræde 19: Gedenktafel für Ernst Berlings erste Druckerei 1743, enthüllt 30.9.1958. Er zog hierher aus der Skindergade 12, wo er bei J.J. Höpfner gedruckt hatte.

Silkegade 4 und 8: Wohnungen des Hofkunstdrechslers und Muschelsammlers Lorenz Spengler (1770 - 1776, 1777 - 1807).

Købmagergade 7: 1731 - 1732 erbaut von Philip de Lange für den reichen Seidenhändler J.H. Wasserfall aus Langenberg. Mitglied der reformierten Gemeinde. Eine Tochter Elisabeth Gertrud war mit dem Direktor der Asiatischen Kompagnie Gysbert Behagen, ebenfalls Reformierter, verheiratet. Sein Sohn und Theologe Johannes erhielt ein besonders auffälliges Grabmal auf dem Assistens Kirkegaard, einen kleinen Marmortempel mit der Inschrift "inveni portum". Es existiert ein Familienbild der Wasserfalls.

Købmagergade 9: Hier befand sich bis 1845 die jetzt in der St. Kongensgade liegende Hof- und Elefantenapotheke in einem stattlichen Gebäude aus dem Jahre 1736. Der vornehme Saal im 1. Stock maß 88 m². Um 1760 hatte die Apotheke 3 Gesellen, 3 Lehrlinge, 1 Knecht, 1 Diener, 1 Kutscher, 1 Amme und 4 Hausmädchen für die wohlhabende siebenköpfige Familie, die eine große Rolle im gesellschaftlichen Leben der Stadt spielte. Ein Beispiel: Zwischen dem 13. November 1787 und dem 7. März 1790 verging kein einziger Tag, wo man nicht Gäste hatte oder zu Gast war.

Købmagergade 36: Kgl. Militær- og Vajsenshusapotek. Gegründet am Nytorv. Hier das dritte Domizil. Siehe Kapitel Apotheker im Handbuch.

Købmagergade 38: Hier wohnte 1811-1812 Mozarts Witwe Constanze Nissen.

Købmagergade 39: Hier an der Ecke der Løvstræde lag bis zum Zweiten Weltkriege die von Weinhändler Joachim Schumacher aus Bergedorf nach 1630 übernommene Weinhandlung seines Schwiegervaters Peter Motzfeldt, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im Keller des Hauses befand als E.G. Brænnings Vinhandel. Im Herbst begaben sich die Einkäufer über Lübeck in den Rheingau, wo die bestellten Weine den Winter über in Kellern lagerten, bis sie im Frühjahr über Köln nach Arnheim verschifft wurden, dort auf Ewer umgeladen wurden und weiter nach Amsterdam gelangten. Von Amsterdam kamen die Fässer auf dem Seewege nach Kopenhagen, eine wegen der vielen Zölle teure und zeitraubende Reise. - Schumachers berühmter Sohn Peter ging auf die St. Petri-Schule und machte Karriere als Kanzler und Graf Griffenfeld.

Købmagergade 42: bis 1895 hier ein Hof von 1728, wo Holbergs deutscher Verleger Gabriel Christian Rothe seine Buchhandlung hatte. 1772 kaufte der reformierte Kaufmann Peter Tutein das Haus. Er hatte eine Tochter Julie, in die sich C.E.F.Weyse, damals Organist an der reformierten Kirche, beim Klavier- und Gesangunterricht verliebte, was ihn seinen Posten bei Tutein kostete. Ein sentimentaler Spielfilm hat diese Romanze verewigt.

Købmagergade 44: ab 1796 zweites Domizil des pietistischen Waisenhauses, umgezogen vom Nytorv nach dem großen Brand.

Købmagergade 46, Hinterhaus, 2. Stock: Fabrikant Hans Heinrich Baumgartens erste Schlosserei von 1843. Er gründete mit Burmeister die Maschinenfabrik in Christianshavn. Nachbarn klagten über den Maschinenlärm, so dass der Amboss Metallfedern als Stoßdämpfer bekam. Der Amboss existiert noch heute in Helsingør. Seine erste Einnahme, eine Mark für ein Maurerlot, findet sich in Papier eingewickelt nebst seiner ersten Geldkasse im B&W-Museum. Von hier zog die Schlosserei in die Møntergade und dann 1846 nach Christianshavn.

Købmagergade 50: ursprüngl. Posthalterei, dann 1774 Kgl. Porcelænsfabrik, gegründet von Apotheker und Chemiker Frantz Henrich Müller, später Inspektor der Manufaktur. Ab 1780 auch mit einem Laden im ersten Stock, der vom Seitenhaus im Hof aus zugänglich war. Er wurde von Adam Christian Neisse eingerichtet. Nach ihm gestaltete Hetsch den Raum 1827 im klassizistischen Sinne um. Der Laden galt als der eleganteste der Stadt, so vornehm, dass Schwellenangst den Absatz hemmte und Hetsch 1845 einen kleineren Raum im Erdgeschoss von der Straße aus zugänglich und mit drei Schaufenstern hinzufügte. Der Architekt Gustav Hetsch arbeitete Jahre lang als Porzellandesigner für die Fabrik.1884 zog die nun an einen Privatmann verkaufte Fabrik nach Frederiksberg und der Laden an den Amagertorv 10 um. Das Haus in der Købmagergade 50 wurde abgerissen.
Das berühmte Service Flora Danica (verkäuflich ab 1863) geht auf das große gleichnamige Pflanzenwerk von Georg Christian Oeder zurück und wurde von 1790 bis 1802 nach Vorlagen von Vater Michael (Kupferstecher) und Sohn Martin Rösler (Aquarelle) aus Nürnberg von dem ebenfalls aus Nürnberg stammenden Blumenmaler Johann Christoph Bayer auf Porzellan übertragen.

Købmagergade 52: Im 2. Stock St. Petri-Mädchen-Realschule und St. Petri-Mädchen-Freischule 1819 - 1834. Die eigentliche Realschule wurde schon 1827 wieder geschlossen. Und 1834 zog die Freischule auch aus. Wohnung von Olfert Fischer, der auch bei drei weiteren Adressen in der Købmagergade wohnte.

Købmagergade / Landemærket: Trinitatis Kirke 1637 - 1657 erbaut von Jürgen Scheffel aus Bern und Hans Stenwinkel jun. aus Kopenhagen. Caspar Fincke aus Helsingør konstruierte das schmiedeeiserne Geländer auf dem Turmdach.

Åbenrå 30: Musikhistorisk Museum & Carl Claudius´ Samling. geöffnet 13-15.50. An Donnerstagen geschlossen, 1.10.-30.4. auch an Dienstagen und Freitagen.( 33 11 27 26. Fax 33 11 60 44). www.kulturnet.dk/homes/mhm. Instrumente, Gemälde, Stiche, Bücher mit musikhistorischen Bezügen.

Åbenrå 29: Die erste reformierte Schule lag in der Laksegade, die zweite in Klareboder 6. 1766 wurde sie in das neu erworbene Erziehungshaus verlegt. Ein Pflegevater, der gleichzeitig Schulmeister und Vorsänger war, erzog hier mit seiner Frau, der Pflegemutter, die Jungen und Mädchen des Erziehungshauses. Die Kinder wurden aus Kollekten und Legaten der wohlhabenden reformierten Bürgerfamilien bestens und mit Liebe versorgt. Die Hausordnung war etwa folgendermaßen:
Gebet und Gesang um 7 Uhr (Sommer 6 Uhr)
Frühstück 7.30 (Sommer 6.30 Uhr)
Unterricht 8 - 11 Uhr
Freistunde 11 - 12 Uhr
Mittagessen 12 - 13 Uhr
Unterricht 13 - 16 Uhr
Jungen: Wollespinnen und Teppichflechten / Mädchen: Nähen und Stricken 16 - 19 Uhr
Abendessen und Gebet 19 - 20 Uhr
Schlafenszeit 21 Uhr
Mittwoch und Sonntag bei schönem Wetter Spaziergang auf den Wällen.
Viermal im Jahr gab es Prüfungen in Religion, Schönschreiben, Lesen und Rechnen. Für gute Leistungen wurden Preise verteilt. Auch der Pflegevater musste sich regelmäßigen Prüfungen unterwerfen.

Die Schule bestand lange aus einem, ab 1847 zwei Räumen, einem für die Jungen, einem für die Mädchen. Die Verbindung von Schule und Erziehungshaus war ein progressiver pietistischer Gedanke, wo Arbeit, Ausbildung und Religion an einem Orte vereinigt wurden. Die Kosten waren allerdings hoch und 1823 reichten die Mittel der Gemeinden (die kleine französische Schule wurde nach ihrer Auflösung in die deutsche überführt) nicht mehr und das Internat wurde geschlossen. Bis 1887 blieb aber die Schule im Hause. Sie hatte im 19. Jahrhundert durchschnittlich 100 Schüler im Alter von 7 bis 14 Jahren.Über dem Eingang des Hauses hing eine Darstellung des Pelikans, der seine Jungen mit dem eigenen Blut füttert, ein Christussymbol, ausgeführt vom Hofdrechslermeister Lorenz Spengler aus Schaffhausen bei Basel, der selber reformiert war. Beim Umzug der Schule wurde das Relief auf die neue Schule übertragen. Eine Erinnerung daran sieht man am Medaillon rechts an der Fassade des Hauses Gothersgade 109.

Åbenrå 31: Zweite Pfarrerresidenz der Reform. Gemeinde. Erbaut 1730 von Philip der Lange. Nach 1801 konnte sich die Gemeinde nur noch einen Pfarrer leisten und verkaufte das Haus an den Unternehmer Conrad Hauser. 1849 stark verändert durch Ersetzung des Frontispizes durch zwei Etagen.

Hauser Plads: Der gebürtige Baseler Reformierte Conrad Hauser (1773 - 1824) baute die Brandstätte zwischen Pilestræde und Kultorv auf; Gründer der Dansk-Vestindisk Kompagni, einer der Direktoren der Asiatisk Kompagni in der Strandgade.Er selber wohnte bis zu seinem Tode in der Hausergade 32.

Suhmsgade 28: Bäckerei W. Rubow 1828. Viele Kopenhagener Bäcker waren deutschen, die Konditoren schweizerischen Ursprungs.

Kronprinsensgade und Häuserreihe 37-47 links in der Pilestræde: ab 1783 angelegt von Zimmermann und Feuerwehrmeister Major Johann Peter Boye Junge jr..

Kronprinsensgade 7: Für zwei Freimaurerlogen 1805 dem Bauunternehmer Major Boye Junge jr. abgekauft, nachdem man bislang in der Pilestræde 17 ein gemietetes Restaurantlokal (Haus abgerissen) benutzt hatte. Nach einem Umbau wurde das Logenhaus 1807 von Bischof Friederich Münter und Kammeradvokat Schönheyder eröffnet. Die eine, Zorobabel til Nordstjernen (1767 gegr. als Zorobabel zum Nordstern), war dänisch, die andere, Friedrich zur gekrönten Hoffnung (gegr. 1778), deutsch. Artilleriekapitän Werner Abrahamson war Meister dieser Loge, nach ihm Professor Friederich Münter. Münters "Oldsagskommission" (Kommission für die Altertümer) hielt hier ihre Sitzungen ab.- Die erste Freimaurerloge überhaupt wurde nach Hamburger Vorbild am Martinstag, den 11.11.1743 im Barchmanns Palæ in der Wohnung des russischen Gesandten Johann Albrecht von Korff an der Ecke Ny Kongensgade 1 - Frederiksholms Kanal 22, vom Schloss aus gesehen rechts, gestiftet. Als Meister wurde der erst 18-jährige Gesandschaftssekretär C.G.Baron von Münnich gewählt.Das Protokoll war auf Deutsch verfasst. Schon vier Monate später löste Kriegsrat Sigismund Wilhelm von Gähler ihn als Meister ab. Großmeister aller Logen in Dänemark-Norwegen war Prinz Carl Landgraf von Hessen, Statthalter in Gottorp. Die Leitung der Logen des Freimaurerordens "Strikte Observanz", gegründet von Karl Gotthelf Freiherr von Hund, lag beim Herzog von Braunschweig. Nach seinem Tode ging das Braunschweiger Archiv nach Kopenhagen, wo es sich noch heute befindet. Die Logensprache war ursprünglich deutsch (Johann Adolph Scheibe schrieb und komponierte das Gesangbuch der Loge Zorobabel). Die Sprache der Logen wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts mehr und mehr dänisch, als gewöhnliche Bürger aufgenommen werden konnten.-
Der Eingang des Hauses ist nicht ursprünglich. 60 Jahre war das Haus im Besitz der Freimaurer, bis es an den Handwerkerverein verkauft wurde. Teile des ersten Stocks waren vermietet. Der Pförtner und der Bote hatten Wohnungen im Erdgeschoss zum Hof hinaus.

Pilestræde 35: Stellings Farvehandel. Geschäft für Künstlerartikel. Gegr. von A. Schönwandt. 1860. Vor 1968 Laden und Fabrik am Gammeltorv.

Sværtegade 3: Det Schwartz´ske Etablissement. Laden mit Fabrik für Drechslerarbeiten, u.a. Regenschirme. Blütezeit des Unternehmens im 19. Jahrhundert.

Klareboder 3: Baumeister und Hofstuckateur Abraham Stoys Hof (1731 auf dem Grundstück des Kanzlers Conrad Reventlow, später Gyldendals Forlag. 1804 hatte der Französischlehrer Gutkind Hirschel aus Dresden, der sich umbenannt hatte in Gerhard Bonnier, hier eine Leihbibliothek, Ausgangspunkt für die Karriere des Verlagskonzerns Bonnier. Wenige Jahre später zog er, nun mit einer Buchhandlung und einem Verlag, in die Kronprinsensgade 11 um.

Klareboder 16: Kgl. Hofgeiger Nathanael Diesel (1692 - 1745), Gründer der Guitarrenkunst in Dänemark.

Valkendorfsgade 11: Rokokotürfassung des Hauses von Goldzieher Melchior Friederich Zeise: "Hier verkauft man allerhand geschlagen Gold und Silber".

Niels Hemmingsensgade 32: Schokoladenfabrik der drei Graubündener Brüder Cloëtta, hierher 1862 nach Gründung in Sortedamsmøllen, 1901 von hier in die Hørsholmsgade, geschlossen 1960. Ihre Konditorei befand sich in Amagertorv 4. Familiengrabstätte Assistens Kirkegård.

Ved Stranden 12: Von 1814 bis 1817 wohnte hier der königl. Kapellmeister F.L.Æ. Kunzen mit seiner in Italien geborenen Frau, der Sängerin Johanna Zuccharini. Kunzen hat das Verdienst, Mozart in Kopenhagen bekannt gemacht zu haben. Er komponierte in seinen letzten Jahren lustige dänischsprachige Singspiele für das Königl. Theater und leitete die Konzerte der Kgl. Kapels Enkekasse (d.i. Witwenpensionskasse).

Læderstræde 11: Deutsche Synagoge von 1766 bis 1795, wo sie abbrannte. Die größte der zahlreichen Synagogen (Schul auf Jiddisch), die zwischen 1700 und 1820 existierten. 3 Etagen inklusive Rabbinerwohnung. Ganz in der Nähe hatte es schon 33 Jahre früher eine Synagoge gegeben. Die jüdische Gemeinde nahm Ende des 18. Jahrhunderts durch aschkenasische Einwanderung aus Deutschland stark zu. Siehe Klareboderne 3.

Læderstræde 17, Hinterhaus: Galerie von Fluxuskünstler Addi (Arthur) Köpcke, 1958 - 1961, danach 1960 Ll. Kirkestræde 1 und 1962 Nikolaj Kunstbibliotek bei Knud Pedersen bis 1966.

Kompagnistræde 12: C.E. Fritzsche, Königl. Hoflieferant. Die älteste Glashandlung der Welt geht auf das Jahr 1784 zurück und wurde von einem Böhmen gegründet, ursprünglich in der Gothersgade. Siehe www.fritzsche.dk

Kompagnistræde 16: Det danske Kompagni, Vorläufer der Kgl. Skydeselskab, ca. 1400. Deutsch-dänischer Klub von König, Adel und Kaufleuten. Das Archiv befindet sich im ehemals Schimmelmannschen Sommersitz Sølyst.

Magstræde 6: "Struensees Gård". Struensee wohnte nie hier sondern erst in Prinsens Palæ und dann in Christiansborg. Wohnung von Hoftischler Dietrich Schäffer. Sein Rokokowohnzimmer steht heute im Nationalmuseum.

Gammel Strand 36: Von 1843 bis 1852 Wohnung des Dirigenten und Komponisten Franz Joseph Glaeser.

Nybrogade 22/Magstræde 9: stadshauptmand und Ältester, prominentes Mitglied der St. Petri-Gemeinde Lorenz Kreyer (1686 - 1704) betrieb hier eine Seifensiederei. Im Hof Inschrift: Gottes Segen macht reich ohne Arbeit.

Nytorv, Domhuset: Bis 1795 stand das Vajsenhuset (nach Ideen deutscher Pietisten in Halle) mit Verlag, Kirche und Apotheke auf dem Grundstück der Ritterakademie. Nach dem Brand entstand hier das neue Rathaus, das jetzige Stadtgericht.

Nytorv 5:1799 - 1809 Wohnsitz des Direktors des Kgl. Grønlandske Handel Hartvig Marcus Frisch aus Helsingør (1754 - 1816), Mitglied der Sankt Petri-Gemeinde.

Gammeltorv: Caritasbrunnen von dem Bildschnitzer Statius Otto aus Lüneburg (1608).

Gammeltorv 9: A. Stellings Farvehandel, gegr. 1860 vom H. Schönwandt. Seit 1968 in der Pilestræde 35. Urprünglich mit eigener Lack- und Farbenherstellung.

Lavendelstræde 1: Wohnung von Constanze Nissen, geb. Mozart. Mit Gedenktafel.

Rådhuspladsen: die Denkmäler Landssoldaten og den lille Hornblæser (12.9.1899) erinnern an die Kriege mit Holstein und Preußen 1848 - 1850 und Preußen und Österreich 1864; 1940 - 1945 Sammelplatz für Nazidemonstrationen.

Rådhuspladsen 75: Emigranthjemmet, in den 1930er Jahren im oberen Stockwerk des Tilskærernes Hus. Kultureller Treffpunkt deutscher Flüchtlinge nach 1933. Die Leitung hatte von 1936 bis 1938 der Journalist Otto Piehl. Besonders der Hamburger Literaturwissenschaftler Walter A. Berendsohn war hier häufig zu Gast, da er von Vorträgen leben musste.

Frederiksberggade 5: Der Deutsche Buchladen (Boghuset), während der deutschen Besetzung 1940 - 1945.

Frederiksberggade 21: Rosenthal Studio-Haus. Verkaufsfiliale der deutschen Porzellan- und Glasfabrik. e-mail tabletop@rosenthal.dk

Vimmelskaftet / Hyskenstræde: bis 1906 Løveapoteket, Kopenhagens älteste, gegründet 1606 von Matthias Kalchof. Erneuert von Esaias Fleischer 1620; 1728 und 1795 abgebrannt, von Harsdorff (Sohn eines Einwanderers namens Harsdörffer) wiedererbaut 1796, seit 1907 am Amagertorv 33.

Amagertorv 4. 1. Stock: heute Georg Jensen; um 1850 Konditorei Pleisch, gegr. von Nicolai P., Schweizer, dann übernommen von seinen Landsleuten Gebrüder Cloëtta. Hier verkehrte Søren Kierkegaard. Im Erdgeschoss die Eisenwarenhandlung Hans W. Hartwig.
Amagertov 11: Geschäftshaus (1799 - 1802) des Tuchhändlers Peter Wasserfall, Nachkomme der in der Købmagergade 7 residierenden Wasserfalls (Wasserfall & Colsmann).

Amagertorv 15-17: Psalterens Gård in der ehemaligen "Vischstraat". Vom 1490 bis etwa 1530 Sitz der Deutschen Kompanie. Diese aus katholischer Zeit stammende Gilde war ein Verein von Kaufleuten vornehmlich aus Wismar, Stralsund und Stettin, der berufliche, soziale und vor allem religiöse Zwecke erfüllte. Sein vollständiger Name war "Der hilgen Dreuvalticheits Gilde edder Broderschap der düdeschen Kumpanye to Coppenhauen". Die Gilde besaß ein kostbares Leichentuch und vier Leuchter für die Bestattung ihrer Mitglieder, wobei drei Messen gelesen wurden.

Amagertorv 22: Helligåndshuset: 1702 Dänemarks erste von Pietisten gegründete Armen- und Kirchenschule.
Helligåndskirkegården: Denkmal für den unbekannten KZ-Häftling mit Urne aus Auschwitz (Kaare Klint 4.5.1959)

Amagertorv 29: Det Petersenske Jomfrukloster, gebaut als vornehmes Damenstift 1768 für den Händler Albert Petersen, Mitglied der St. Petri-Gemeinde. Es hatte 14 Plätze, vorzüglich für weibliche Verwandte der Familie Petersen. Das Grundstück geht bis zur Læderstræde. Der Bogengang ist nicht original. 1795 abgebrannt, 1797 wieder aufgebaut. In den 1930er Jahren tauschte die deutsche Gemeinde mit einem Grundstück in der Larslejsstræde vor der Nørrevold Skole, wahrscheinlich aus Geldmangel und weil die Wohnverhältnisse nicht mehr zeitgemäß waren.

Østergade 58-60: Oksekoppen. Hier lag bis 1961 die Kong Salomons Apotek, gegr. 1677 von Johannes Kirchhoff, das Haus wurde 1870 abgerissen, dann in neuem Gebäude bis zur Schließung 1961.

Lille Kongensgade 34: Hier lag über 200 Jahre lang die von Nikolai Edinger (aus der Rheinpfalz) vor 1661 gegründete Weinstube, wo Rheinweine ausgeschenkt wurden.
 
Vingårdstræde 17: 1829 - 1831 Wohnung des Komponisten Friedrich Kuhlau.
Østergade 18: Svaneapoteket, zweitälteste Apotheke von 1660, gegr. von Christoffer Heerfordt in der Højbrostræde, jetzt Højbroplads, 1781 in die Østergade 18, bis 1781 in seiner Familie, in diesem Haus seit 1935.

Ny Østergade 13: Bäckerei, Inschrift Gott allein die Ehre (nach Restaurierung durch Bjørn Wiinblad verschwunden). Die meisten Kopenhagener Bäcker vor 1800 waren Einwanderer oder Söhne von Einwanderern.

St. Regnegade 12-16: Carl Ludwig Seifert, der mit einer Handnähmaschine einwanderte und seit 1865 ein Schneidergeschäft betrieb. Bis 1949 in Familienbesitz. Die Aktiengesellschaft stellt heute neben den populären Maturmützen Uniformen her. Mehr Informationen: Jan Møller: Københavns ældste butikker. 1997. www.cl.seifert.dk

Lille Kongensgade 34 : Hier lag über 200 Jahre lang die von Nikolai Edinger (aus der Rheinpfalz) vor 1661 gegründete Weinstube, wo Rheinweine ausgeschenkt wurden.

Kongens Nytorv 1: Charlottenborg. In der Kunstakademie unterrichteten und wohnten u.a. Preisler und Clemens, Kupferstecher, und Hetsch, Architekt. Links vom Eingang im Erdgeschoss war eine Architektenwohnung und rechts eine Malerwohnung. Nach der vermögenden Königin Charlotte Amalie aus Hessen-Kassel benannt. Beachte die alte deutsche Flektionsendung des Namens Charlotte.

Kongens Nytorv 34: Von 1731 bis zum Brande 1795 hieß das an dieser Stelle stehende Palais Grams Palæ nach den Besitzern Vater und Söhne von Gram, Vater und ein Sohn mit dem Titel Oberjägermeister. Der Vater Friederich von Gram stammte aus Brandenburg. Sein Sohn Carl Christian holte den berühmten Forstmann J.G. von Langen nach Kopenhagen. Von Langen verdankt Dänemark die große nordseeländische Forstreform. Dann bekam das Haus den Namen Hotel d’Angleterre, der 1795 hierhin übertragen wurde von dem Berliner Schankwirt und Pächter des Englischen Klubs Johann Gottfried Rau, der außerdem mit einer Engländerin verheiratet war. 1817 übernahm der Österreicher Carl Joseph Knirsch das Hotel, der sein Domizil der Musik öffnete mit der "Harmonischen Gesellschaft". Am 10. Juni 1839 inspirierte hier ein 16-köpfiges Steiermärker Tanzorchester mit Strauss-Melodien den dänischen Komponisten Lumbye zu seinem Musikstil. Nach Kniersch ging das Haus 1841 wieder an einen Deutschen, Heinrich Wilhelm Krüger, der aus dem Harz stammte. 1875 entstand ein völlig neues Gebäude am angestammten Platze. Das Eckcafé Guldkuren (wegen der vergoldeten Pfeiler) wurde 1892 von den deutschen Pächtern Schultz und Henne eröffnet und wurde wurde sofort ein Publikumsmagnet. 1929 übernachtete hier Thomas Mann. Von April 1940 bis Oktober 1943 Sitz des deutschen Generalstabs im 1. und 2. Stock.Wenn deutsche Offiziere im Restaurant auftauchten, riefen die anwesenden Dänen "betale!" (Ober, zahlen!). Danach bis zur Befreiung Offiziersunterkunft. Doch verblieb das Hotel alle fünf Jahre in dänischer Hand.

Gothersgade 4: Etwa an dieser Stelle stand bis 1728 das imposante Gasthaus "Weltkuglen", das dem (unzünftigen) Braumeister Friederich Lohmann gehörte.

Gothersgade 8: Baron Boltens Gård 1767 - 69. Heinrich Bolt aus Bremen war ein Aufsteiger, der schnell reich und schnell wieder arm wurde.

Gothersgade 52: Aldimarkt mit deutschen, aber auch dänischen Produkten.

Gothersgade 109: Deutsch-reformiertes Pfarrhaus. Bis 1885 stand hier das alte zweistöckige deutsche Predigerhaus von 1696, das schon 1728 als Fachwerkhaus abbrannte, aber mit Grundmauern wieder aufgebaut wurde. In das neue Haus zog auch 1887 die 1687 gegründete Kirchenschule ein mit 2, später 4 Räumen im Erdgeschoss und im Keller sowie Schulplatz auf dem Kirchhof. 1926 wurde die Kirchenschule geschlossen, u.a. weil sie nicht mehr Mittel hatte, um als Examensschule anerkannt zu werden. Im Rechtsanwaltsbüro noch Wandtexte erhalten. Die beiden französischen Pfarrhöfe lagen zum Åbenrå hinaus neben der Kirche.

Gothersgade 111: Deutsche und Französische Reformierte Kirche (1687 - 89) und Friedhof mit Grab von Olfert Fischer jr.(1747 - 1829), Vizeadmiral und Wohltäter der Ref. Gemeinde. - Schon 1667 gab es eine reformierte Gemeinde am königlichen Hof, aber erst 1689 bekamen die Gläubigen ihr eigenes Kirchengebäude. Holländisches Barock nach dem Muster der Hauptkirche der Hugenotten, dem Tempel von Charenton bei Paris als Saal mit drei Emporen. Die Kirche der Mennoniten an Amsterdams Singelgracht ist ihr am ähnlichsten. Über dem Haupteingang die Loge ("Königsstuhl") der aus Hessen-Kassel stammenden reformierten Königin Charlotte Amalie, die den größten Teil des Baus finanziert hat. Gegenüber der Loge die Kanzel (Schnitzarbeit von Friedrich Ehbisch). Unter den Fliesen des Bodens wurden ursprünglich Tote begraben. Das Kirchensilber aus 62 Teilen ist wegen seines großen Werts heute im Nationalmuseum deponiert. Die Kirche brannte 1728 total aus, wurde sofort wieder aufgebaut und im vorigen Jahrhunderte oft erweitert oder umgebaut. Die Krypta ist nicht mehr als solche im Gebrauch. Die alte Orgel stammt aus dem Schloss Christiansborg, wurde aber während der Großreparatur der Kirche von 1968 - 73 unspielbar, d.h. nur die Fassade ist ursprünglich. Auf dem Friedhof sind 20 Grabsteine registriert.