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NAPOLA
 
Hertha von Bergh „Eine deutsche Erziehung“
 
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Fragen zur VertiefungHertha von BerghAktion Gnadentod


Seite 121 - Einleitung
  1. Woher stammt Hertha von Bergh?
  2. Welche Schulen hat sie vor der Reichsschule SS in der Illenau besucht?
  3. Warum meldete die Mutter Hertha von Bergh in der Reichsschule SS in der Illenau an?
  4. Was lernte sie dort?
  5. Wo lebt sie heute?

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Seite 121 – Seite 122
  1. Welchen Einfluss hat die NS Erziehung laut Hertha von Bergh auf sie gehabt?
  2. Was bekam Hertha von Bergh 1949?
  3. Was fehlte dem Kind?
  4. Welche Lebenserwartung hatte das Kind?
  5. Welchen Rat gab ihr der Professor?
  6. Warum überließ sie das Kind in der Kinderklinik?
  7. Was passiert, als Hertha von Bergh das Kind wieder zu sich nimmt?
  8. Wie reagiert die Ärztin im Krankenhaus darauf?
  9. Wie reagiert Hertha von Bergh auf den Tod ihres Kindes?
  10. Welchen Unterschied macht Hertha von Bergh zwischen den Begriffen lebensunwert und lebensunfähig?
  11. Warum hat sie keine Schuldgefühle?

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Szene 122 – Seite 124, Zeile 30 – Die Reichsschule SS in der Illenau
  1. Wie und wann kam Hertha von Bergh zur Reichsschule SS in der Illenau?
  2. Warum war Hertha von Bergh für die Leiterin der Schule ein reizvolles Objekt?
  3. Wie ging es mit den Schulleistungen an der Reichsschule?
  4. Wie ging Hertha von Bergh mit dem politischen Charakter der Schule um?
  5. Wie viele Jungen und Mädchen gab es an der Schule?
  6. Wie beschreibt Hertha von Bergh die Atmosphäre an der Schule?
  7. Wie beschreibt sie die Zeit am Internat in Königsfeld?
  8. Warum wohnte Hertha von Bergh nicht in der Schule?
  9. Wie verlief ein typischer Tag an der Schule?
  10. Wie ging es mit den Freundschaften, die Hertha von Bergh an der Schule geschlossen hatte, nach dem Krieg?

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Szene 124, Zeile 31 – Seite 125, Zeile 20
  1. Aus welchen zwei Strängen bestand die Erziehung an der SS Reichsschule?
  2. Was hätte Hertha von Bergh gern studiert?
  3. Warum war dies nach dem Krieg nicht möglich?
  4. Was hat sie an der SS Reichsschule geschätzt?
  5. Wie hat sie die Erziehung der NS-Zeit geprägt?

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Szene 125, Zeile 21 – Seite 127
  1. Warum kann sich das, was im 3. Reich passierte, laut Hertha von Bergh nicht wiederholen?
  2. Welche Werte aus der SS Reichsschule sind an ihr hängen geblieben?
  3. Was hat sie von den Gräueln des Krieges mitbekommen?
  4. Wie sind ihre Töchter von ihrer Vergangenheit beeinflusst?
  5. Wie ist Hertha von Bergh mit ihrer Vergangenheit gegenüber ihren Töchtern umgegangen?
  6. Welche neue Aufgabe hat Hertha von Bergh seit 7 Jahren?
  7. Mit welcher Begründung macht sie diese Arbeit?

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Fragen zur Vertiefung
 
1. Internetsuche (Paararbeit)
Im Text gibt es eine Reihe von Orten und Begriffe, die ihr vielleicht nicht kennt. Sucht deshalb im Internet nach Folgendem:
  • Herrnhüter Brüder
  • Die Ursulinerinnen
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    2. Die Pflegesanstalt die Illenau(Paararbeit)
    Lest die unten stehenden Auszüge und beantwortet folgende Fragen:
    1. Welche Vorstellungen hatte Dr. Roller von einer modernen Heilanstalt?
    2. Wie behandelte man psychisch Kranke früher?
    3. Wann öffnete die Pflegeanstalt die Illenau?
    4. Wie wurden die Patienten behandelt?
    5. Was passierte mit den Patienten während des Dritten Reiches?
    6. Wie versuchte der damalige Anstaltsleiter Dr. Römer seine Patienten zu retten?
    7. Was wurde nach der Schließung der Pflegeanstalt aus der Illenau?
    8. Woher kamen die Schülerinnen u.a.?
    9. Warum waren auch polnische Mädchen dort untergebracht?
    10. Was passierte mit der Illenau nach dem 2. Weltkrieg?
    Aus: www.wikepeda.de
     

    Der Anstaltsbetrieb

    (…)
    Dr. Roller konnte hier seinen Traum einer modernen Heilanstalt verwirklichen. Es sollte auch die Zeit vorbei sein, in der man Geisteskranke als vom Teufel Besessene ansah und im Irrsinn keine Krankheit, sondern eine Strafe Gottes zu erkennen glaubte. Vorbei die Zeit der dunklen Verliese, der Ketten, der Prügel und der gesellschaftlichen Stigmatisierung. Dr. Roller wollte mit seiner Anstalt neue Richtlinien weisen und Maßstäbe setzen für eine bessere, humanere Zukunft auf dem Gebiet der Psychiatrie. Somit begann die Planung einer Heilanstalt für 410 Kranke auf dem 39 Morgen (ca. 14 ha) großen Gelände.
    (…)
    Am 23. September 1842 begann das segensreiche Wirken der Illenau. Unter Aufsicht des Assistenzarztes Dr. Karl Hergt kamen 49 Patienten aus Heidelberg nach Achern. Es folgten 242 weitere Kranke ebenfalls aus Heidelberg und auch aus Pforzheim. So entstand die sog. Illenauer Familie: ein Verband aus Kranken, Ärzten, Pflegern und Pflegerinnen, Priestern, Verwaltern, Handwerkern und Ökonomen. Roller legte großen Wert darauf, dass das Personal die Kranken vorbildlich behandelte. Die leichteren Fälle konnten bei schönem Wetter in den Gärten spazieren gehen oder auch leichte Arbeit verrichten. Jede Abteilung hatte ihren eigenen Garten mit Blumenbeeten, die von den Kranken selbst gepflegt wurden. Sogar für die Unheilbaren gab es einen Spazierhof, der allerdings nach allen Seiten von hohen Mauern umgeben war. Im Sommer kam es auch des Öfteren vor, dass einer der Ärzte zusammen mit einigen Pflegern eine Gruppe Kranker zu Ausflügen mitnahm. Es fanden Wanderungen zu den Allerheiligen-Wasserfälle, zum Mummelsee und zu anderen Naherholungszielen statt. Roller konnte mit dieser Methode große Erfolge erzielen. Die Illenau gewann immer mehr Ansehen, da viele der Kranken als geheilt entlassen werden konnten. Bald schon kamen aus ganz Europa nach Genesung Suchende nach Achern, und viele Mitglieder des in- und ausländischen Adels wurden hier von ihren Depressionen geheilt.
    Das Einzugsgebiet der Illenau vergrößerte sich ständig, und wieder stand man dem Problem des Platzmangels gegenüber. Daher wurde die Anstalt ständig umgebaut, erweitert und den Bedürfnissen angepasst. Im Jahre 1902/03 errichtete man etwas außerhalb gelegen zwei Landhäuser im Villenstil. Sie dienten der Unterkunft derer, die kurz darauf als geheilt entlassen werden sollten. Man unterschied zwischen dem Männer- und dem Frauenlandhaus. Einige Jahre zuvor wurden der Rollerbau (1882) und der Hergtbau (1901) errichtet. Hier waren die sog. Unheilbaren einquartiert.

    Drittes Reich

    Dr. Hans Römer bekam 1939 die Mitteilung, dass Patienten der Illenau mittels eines Sammeltransportes verlegt werden sollten. Zu Anfang glaubte man, der Grund dafür sei der geplante Westfeldzug. Doch bald schon ahnte Römer, was wirklich vorgesehen war, und stellte sich mit aller Macht gegen den Euthanasie-Erlaß. Er nahm Kontakt mit anderen Anstalten auf und beriet sich mit ihnen. Er forderte die Anerkennung der Illenau als mittelbadische Nervenklinik - ohne Erfolg. Römer meldete sich krank und verzögerte dadurch den Abtransport der Kranken für kurze Zeit. Kaum war er wieder im Amt, wurde auch schon der Abtransport von 50 Kranken befohlen. Römer bemühte sich, den Befehl zu umgehen, erreichte aber nur, dass arbeitsfähige und selbst zahlende Patienten verschont blieben. Am 18. Juni 1940 wurden die ersten Kranken abtransportiert, doch statt der gemeldeten 50 wurden 75 Kranke mitgenommen. Die Fahrt ging zu NS-Tötungsanstalt Grafeneck, wo sie getötet und eingeäschert wurden.
    In der Illenau wurde man stutzig, als die Todesnachrichten eintrafen, auch die willkürlich angegebenen Krankheiten, die als Todesursache dienten, wurden misstrauisch zur Kenntnis genommen. Römer sah seine Ahnungen bestätigt und fühlte sich zum Teil mitverantwortlich am Tod dieser Menschen. Er beauftragte seine Kollegen, so viele Patienten wie eben möglich als geheilt zu entlassen. Es kam eine weitere Aufforderung an die Illenau, für den nächsten Transport 60 Patienten vorzubereiten, und Römer wusste sich keinen Rat mehr. Er beriet sich mit dem evangelischen Stadtpfarrer von Achern. Daraufhin meldete er sich erneut krank und ließ sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen. Nachdem Römer aus dem Weg war, ging die Räumung der Illenau zügig voran. Am 19. Dezember 1940 endete schließlich das segensreiche Wirken der Illenau als Heil- und Pflegeanstalt.
    Die Nationalsozialisten nutzten daraufhin die ehemalige Anstalt als eine Reichsschule für Volksdeutsche. Fast 4 Jahre lang lebten hier zwischen 400 und 500 Südtiroler Mädchen, deren Eltern 1940 für Deutschland optiert hatten. Sie wurden nach deutschen Schulplänen unterrichtet und zu Beginn vom katholischen Pfarrer aus Oberachem betreut. In einem separaten Gebäude waren 40 Polenmädchen untergebracht; sie waren zum Teil gewaltsam hierher gebracht worden, um eingedeutscht zu werden, da sie alle blond und blauäugig waren. Zwischen 1943 und 1944 war die Illenau eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt für Jungen und mit einer Abteilung für Mädchen. 1944 wurde die Illenau geschlossen. 

    Neuzeit

    1945 marschierten die französische alliierte Streitmacht in Achern ein und verfügte über die Illenau. Zunächst dienten die Gebäude als Unterkunft für Polen, die nach Deutschland deportiert worden waren und jetzt ihre Heimreise antreten wollten. Als die Anstalt als Übergangslager nutzlos geworden war, wurde sie von den französischen Besatzern zur Kaserne umfunktioniert. Bis 1998 behielt die Illenau diese Bestimmung.
    Seit dem Wegzug der französischen Truppen versucht die Eigentümerin, die Stadt Achern, diesen großen Gebäudekomplex zu vermarkten. Bisher wurde nur ein kleiner Teil verkauft.
    Eine Bürgerinitiative Zukunft der Illenau engagiert sich privat und versucht die Erinnerung an die große Bedeutung der Illenau wach zu halten und die Stadt Achern bei ihren Bemühungen um eine sinnvolle Nutzung zu unterstützen. Hierzu zählt auch die Einrichtung des Illenau Gedächtniswegs, der 2004 auf dem Weg zum Friedhof eröffnet wurde.

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    Fragen zur Person Hertha von Bergh
      Die Erziehung  
     1.
    Wie beurteilt Hertha von Bergh ihre Erziehung aus der NS-Zeit?
     
    Die negativen Elemente   Die positiven Elemente

     2. Welchen Einfluss hat Hertha von Berghs Erziehung auf ihr späteres Leben gehabt?
    3.

    Welche verschiedene Erziehungsmethoden trifft Hertha von Bergh in den zwei Internaten, Königsfeld und Illenau? (Siehe dazu Seite 123, Zeile 31 - Seite 124, Zeile 6)

    „Die Bewältigung des Lebens hängt, so glaube ich, nicht nur vom Geld ab, sondern auch von der inneren Standfestigkeit, die eine gute Erziehung vermittelt“

    1. Erkläre mit deinen eigenen Worten, was Hertha von Bergh mit dieser Aussage meint.
    2. Was gehört deiner Meinung nach zu einer guten Erziehung?
     

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     4. Stellungnahme (Paararbeit)
     a.

    Diskutiert folgende Aussagen:

    „Und ich glaube noch heute, dass es nicht richtig ist, jedes Leben um jeden Preis mit Hilfe des technischen Fortschritts zu erhalten.“ (Seite 122, Zeile 17-19)

    „Was im Dritten Reich geschah, kann sich meiner Meinung nach nicht wiederholen, und das ist gut so.“ (Seite 125, Zeile 31-32)

     b.

    Vergleicht die beiden Zitate unten:

    „Die Erziehung im Dritten Reich war meine Kindheit. Sie hat mich geprägt was Disziplin, Einsatzbereitschaft und kritisches Denken anbetrifft.“ (Seite 125, Zeile 22-24)

    „Meine drei Töchter sind völlig unbeeinflusst von meiner Erziehung im Dritten Reich aufgewachsen.“ (Seite 126, Zeile 17-18)

     

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     5. Aktion Gnadentod
     a.

    Lest den unten stehenden Text und beantwortet die folgenden Fragen:

    1. Was war das Ziel der „Aktion Gnadentod“?
    2. Wie wurden die Kranken ermordet?
    3. Was passierte nachher mit den Leichen der Toten und warum?
    4. Was geschah, als „Aktion Gnadentod“ offiziell eigentlich beendet war?
     

    „Nur gesunde und starke Menschen haben ein Recht auf Leben!“ verkündeten die Nationalsozialisten. Das Leben von Menschen, die alt und krank waren, an körperlichen oder geistigen Behinderungen litten, nannten sie „lebensunwertes Leben“. Die Tötung zehntausender solcher Menschen wurde im Dritten Reich systematisch geplant. Ärzte und Nazi-Politiker nannten dieses gesetzlich nicht legitimierte Töten „Aktion Gnadentod“, wofür ein schriftlicher, auf den Tag des Kriegsbeginns datierter Erlass Hitlers die rechtliche Grundlage bildete. Die Aktion musste heimlich durchgeführt werden, damit nichts an die Öffentlichkeit drang und niemand dagegen protestieren konnte.
    Man ließ Krankenmeldebogen anfertigen, um zu wissen, wer unter welcher Krankheit oder Behinderung litt. Die Kranken wurden aus den Spitälern und Heimen abgeholt und in große Vernichtungsanstalten gebracht. Man gründete eine eigene Transportgesellschaft und verhängte die Fenster ihrer Todesbusse mit Vorhängen, damit niemand die Kranken sah, die in diesen „Vernichtungsautos“ abgeholt wurden. Man stattete Spitäler und Zuchthäuser mit Verbrennungsöfen aus, damit die Leichen der Ermordeten sofort verbrannt werden konnten und den Angehörigen nur noch die Asche zugestellt zu werden brauchte. Das alles geschah in tiefster Geheimhaltung, unter der Oberaufsicht einiger weniger Ärzte, die mit Macht über Leben und Tod ausgestattet waren.
    Diese Leute schwiegen natürlich darüber, was sich hinter dem Codewort „Aktion Gnadentod“ verbarg: der Massenmord an tausenden kranker und behinderter Menschen. So wussten viele. Anstaltsleiter, Ärzte und Pfarrer nicht, was mit den Kranken geschah; sie dachten, diese sollten nur. in andere Anstalten verlegt werden. Erst allmählich schöpften einzelne Verdacht.
    Nach massivem kirchlichem Protest wurde die „Aktion Gnadentod“ im August 1941 auf Anordnung Hitlers offiziell gestoppt. Fortan wurden jedoch in „wilder Euthanasie“ vor allem arbeitsunfähige Kranke durch staatlich angeordnete „Entziehungskost“ in den Hungertod getrieben. Das Töten schwer behinderter Neugeborener ging auch nach dem „Euthanasie-Stopp“ weiter.

    Aus: www.fischer-welt.de/html/eutanasieprogramm.html

     b. Fragen zur Diskussion – Sterbehilfe oder Mord? (Paararbeit/Gruppearbeit)
     
    1. Wo geht bei euch die Grenzen zwischen Sterbehilfe und Mord?
    2. Welche ethischen Probleme sind eurer Meinung nach mit Sterbehilfe verbunden?
    3. Welche Konsequenzen könnte eine Legalisierung der Sterbehilfe haben?
     c.

    Anregung zur Diskussion
    Sucht in InfoMedia nach folgenden Beiträgen zur Diskussion:

  • Berlingske Tidende 08.08.06: „Stort flertal for aktiv dødshjælp“
  • Berlingske Tidende 13.08.06: „Lad os få en værdig død, tak!“ af Lise-Lotte Norup
  • Politiken 09.09.2006: „Aktiv dødshjælp er en falliterklæring“ af Claus Moe
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