|
Pressemitteilung Nr. 220 vom 30.05.2007
2006 zogen wieder viele Westdeutsche
ins Ausland; viele Ostdeutsche nach Westen
WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt,
sind im Jahr 2006 nach vorläufigen Ergebnissen 662.000 Personen
nach Deutschland zugezogen und 639.000 Personen fortgezogen.
Daraus ergibt sich ein Wanderungsüberschuss von 23.000 Personen.
Dies waren 46.000 Zuzüge weniger und 11.000 Fortzüge
mehr als 2005. Dadurch ging der Wanderungsüberschuss gegenüber
dem Vorjahr stark zurück (- 71%), nachdem er von 2004 auf
2005 nur um 4% gesunken war.
2006 sind 558.000 ausländische Personen nach Deutschland
zugezogen, das waren 4% weniger als im Vorjahr. Damit setzte
sich die seit 2001 anhaltende Tendenz einer rückläufigen
Zuwanderung ausländischer Personen fort. Die Zahl der Fortzüge
blieb mit 484.000 Personen gegenüber 2005 konstant. Insgesamt
reduzierte sich der Wanderungsüberschuss ausländischer
Personen von 96.000 Personen im Jahr 2005 auf rund 75.000 Personen
im Jahr 2006 (- 22%). Der Wanderungsüberschuss fiel für
die alten Bundesländer sowie Berlin mit 67.000 Personen
deutlich höher aus als für die neuen Bundesländer
(+ 7.000).
Mit 103.000 Zuzügen im Jahr 2006 (- 25.000 beziehungsweise
- 19% gegenüber dem Vorjahr) setzte sich die rückläufige
Tendenz bei den Zuzügen deutscher Personen ebenfalls fort.
Diese Zahl enthält die Zuzüge von Spätaussiedlern
(ohne ausländische mitreisende Familienangehörige)
und von anderen Deutschen, zum Beispiel von Rückkehrern.
Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Zuzüge
ist darin zu sehen, dass in den letzten Jahren immer weniger
Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler nach Deutschland
zugewandert sind. So wurden 2004 vom Bundesverwaltungsamt die
Zuzüge von 50.000 Spätaussiedlern registriert, 2005
waren es 31.000 und 2006 nur noch 7.000. Wird die Gruppe der
Spätaussiedler herausgerechnet, bleiben die Zuzüge
der übrigen deutschen Personen für das Jahr 2006 gegenüber
dem Vorjahr fast konstant (- 1%), nachdem sie zwischen 2003 und
2005 insgesamt um 8% zurückgegangen waren.
2006 wurden 155.000 Fortzüge deutscher Personen registriert.
Die Zahl der Fortzüge nahm gegenüber dem Vorjahr (145.000)
um 7% zu und blieb damit auf hohem Niveau.
Wie im Vorjahr waren auch 2006 die Hauptzielländer die
Schweiz, die USA und Österreich. Insgesamt ergibt sich zum
zweiten Mal in Folge ein Wanderungsverlust deutscher Bürgerinnen
und Bürger, der sich deutlich von 17.000 Personen im Jahr
2005 auf 52.000 im Jahr 2006 erhöht hat.
Die Abwanderungszahlen lassen keine weiteren Aussagen zum
Hintergrund der Fortzüge zu. So ist keine Differenzierung
möglich, ob der Fortzug eine Auswanderung auf Dauer oder
nur eine befristete Ausreise ist, zum Beispiel im Rahmen einer
Tätigkeit für ein deutsches Unternehmen im Ausland.
Es kann auch nicht unterschieden werden, ob es sich um Spätaussiedler,
Eingebürgerte oder Deutsche ohne Migrationshintergrund handelt.
Ins Ausland zog es vor allem Deutsche aus dem früheren
Bundesgebiet und Berlin (143.000); dagegen haben nur 12.000 Deutsche
die neuen Länder in Richtung Ausland verlassen. Entsprechend
fiel der Abwanderungsverlust deutscher Personen mit 47.000 für
die alten Bundesländer und Berlin höher aus als für
die neuen Bundesländer (5.000).
Gleichzeitig zogen im Jahr 2006 aus den neuen Bundesländern
136.000 Personen in die alten Länder (2005: 137.000), während
82.000 Menschen die umgekehrte Richtung wählten (2005: 88.000).
Damit blieb die Wanderung von Ost- nach Westdeutschland nahezu
konstant, während sich die West-Ost-Wanderung abschwächte.
Die neuen Bundesländer verloren also 2006 per Saldo rund
54.000 Personen durch Abwanderung an die alten Bundesländer.
Berlin bleibt aufgrund seiner Sonderstellung bei dieser West-Ost-Betrachtung
ausgeklammert.
Unter Berücksichtigung der Wanderungen mit dem Ausland
und zwischen den Bundesländern von ausländischen und
deutschen Personen verzeichnen die alten Bundesländer einschließlich
Berlin insgesamt einen Wanderungsgewinn von rund 73.000 Personen
und die neuen Bundesländer einen Wanderungsverlust von rund
50.000 Personen.
Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Claire Grobecker,
Telefon: (0611) 75-4865,
E-Mail: wanderungen@destatis.de
© http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2007/05/PD07__220__125.psml |