Aufgaben
Kapitel 10 Index  Artikel: Emigration
 
 
Rudolf Kaufmann
 
Curt Teichert
(geb. 1905)
 
Curt Teichen wurde am 9. Mai 1905 in Königsberg geboren und erwarb dort im Jahr 1928 den Doktorgrad in Geologie und Paläontologie. 1927-1929 war er Assistent an der Universität Freiburg, und 1930 erhielt er ein Geologie-Stipendium der Rockefeller-Foundation. Im folgenden Jahr nahm er an der dreijährigen dänischen Expedition nach Ostgrönland unter der Leitung von Dr. Lauge Koch teil und überwinterte auf Eskimonæs, dem südlichsten Punkt der Clavering-Insel an der Ostküste Grönlands. Die Ergebnisse der Arbeit dieses Winters veröffentlichte er in den "Meddelelser om Grønland" Bd. 95 (1933), Nr. 1, S. 121 ff.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ Teichen Deutschland und ließ sich in Dänemark nieder. Er war mit einer Landsmännin jüdischer Abstammung, Trude (Gertrud) Kaufmann, einer Schwester des Geologen Rudolf Kaufmann und Kusine von Olga Kuttner, verheiratet. In Kopenhagen erlangte er teils eine gewisse Unterstützung aus Fondsmitteln, teils übernahm er die Übersetzung wissenschaftlicher Abhandlungen ins Deutsche und erhielt Honorare dafür, u. a. vom Rask-Ørsted-Fonds. In dieser Zeit bearbeitete er die auf Knud Rasmussens 5. Thuleexpedition im arktischen Kanada gesammelten Versteinerungen und Gesteinsproben (Report of the Fifth Thule Expedition 1921-24, Bd. 1, Kopenhagen 1937, S. 164 ff.) und vollendete den Abschnitt "Geology of Greenland" im Band "Geology of North Amerika" in der Serie "Geologie der Erde" (1939).
Als die Spannung und Unsicherheit in Europa immer mehr zunahm, wollte Teichert weiter weg. Er erhielt 1937 ein Lektorat an der University of West Australia, und 1946 übernahm er die Stelle eines, Assistant Chief Government Geologist am Victoria Mines Department und wurde im folgenden Jahr Senior Lecturer an der Universität Melbourne; dort blieb er sechs Jahre.
1957 wurde Teichert zum Professor der Geologie am New Mexico Institute for Mining and Technology ernannt und verließ somit Australien. Er blieb in New Mexico, bis er 1964 die Ernennung zum Regents Distinguished Professor of Geology in Kansas erhielt, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb.
Von Teicherts umfassenden Interessengebieten innerhalb der Geologie seien die paläozoische Stratigraphie und Paläontologie, fossilen Kephalopoden, die Paläoökologie, alte und neue Korallenriffe und Sedimentation erwähnt. In Australien hatte er reichlich Gelegenheit zur Feldforschung auf diesen Gebieten, und in der folgenden Zeit konnte er als Universitätslehrer die so gewonnenen Erfahrungen an die heranwachsende Geologengeneration weitergeben.
Von Amerika aus hat Teichert von Zeit zu Zeit Dänemark auf Reisen nach Europa besucht. Er verblüffte alle durch sein immer noch vortreffliches Dänisch, obwohl es mehr als 50 Jahre her war, dass er in Kopenhagen gelebt und gearbeitet hatte.