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Schriftliche Aufgaben Aufgabenindex  Kleines Online-Wörterbuch Dänisch-Deutsch
 
GOOD BYE, LENIN!
 
SCHRIFTLICHE ARBEIT
 
WIE ICH DIE WENDE ERLEBTE
von Roy Präger


AUFGABEN:

  1. Übersetze den dänischen Text ins Deutsche.
  2. Schreibe über Roy Prägers Leben vor und nach der Wende. Berücksichtige dabei folgendes:
    1. - seine Charakteristik der NVA und der Stasi
    2. - seine Erlebnisse als Fußballer
    3. - die Folgen der Wende für seine Karriere
  3. Wähle eine der folgenden Aufgaben
    1. Beschreibe die Wende aus deiner Sicht.
    2. Schreibe einen Fanbrief an Roy Präger.
    3. Diskussion über Ostalgiewelle - Berichte anhand der Videosendung über die Formen, das Ausmaß und die geäußerte Kritik der Ostalgiewelle. Nimm auch selber Stellung dazu.
    4. Schreibe das Tagebuch von Roy Präger am Abend des 9. Novembers 1989.


Oversættelse

Der er mange personlige beretninger om murens fald og de konsekvenser, den fik for det enkelte menneske. Roy Präger er et godt eksempel på det. Han fortæller i det følgende, hvordan han oplevede aftenen den 9. november 1989 i det tidligere DDR.
Langt de fleste fortæller, at de næsten ikke kunne tro, hvad de så. Informationerne om murens fald kom fra nyhedsudsendelserne i fjernsynet, enten den østtyske udgave ›Aktuelle Kamera‹ eller fra de ikke velsete sendere i vesten, fx. ARD eller ZDF.
Det førte, som vi alle i dag ved, til en sand storm mod grænseovergangene mellem Øst- og Vestberlin. Især var der stor opmærksomhed rettet mod ›Brandenburger Tor‹, som var en af de tydeligste markeringer af delingen af Tyskland med Berliner muren foran eller bagved den gamle byport - alt efter hvorfra man betragtede det.
Den store interesse for tiden om murens fald kommer til udtryk i både bøger og film. I mange år har man spurgt sig, hvornår den afgørende roman om ›die Wende‹ mon kom. Der har været mange bud fra mange forfattere, men først med filmen ›Good Bye, Lenin!‹ har vi fået en beretning, som millioner af mennesker verden over har taget til sig som en følsom og morsom fortælling om det enkelte menneskes glæde og smerte ved Tysklands genforening.


Wie ich die Wende erlebte


Am Abend des 9. November 1989 saß ich mit Kumpels im Fernsehraum der Kinder- und Jugendsportschule Brandenburg. Obwohl es verboten war, guckten wir Westfernsehen. Wir glaubten kaum, was wir da sahen: Die Mauer war auf! Tausende von Menschen strömten zum Brandenburger Tor in Berlin, es war der Wahnsinn. Einer der für uns zuständigen Erzieher kam rein und versuchte uns zu erklären, was da abging. Richtig begriffen haben wir es an diesem Abend noch nicht.

Die Wende - für mich hatte das, was sich da entwickelte, eine ganz besondere Bedeutung. Denn um weiter Fußball spielen zu können, hatte ich mich schon zwei Jahre vorher verpflichtet, nach meiner Ausbildung der NVA beizutreten. Drei Jahre Militär-Dienst, und das ausgerechnet auch noch bei den Grenztruppen - so sah damals meine Perspektive aus. Ich glaube, ich hätte damals fast alles mitgemacht, um weiter spielen zu dürfen.

Die Geschichte mit der NVA hätte bedeutet, dass ich für Dynamo Fürstenwalde spielen könnte, einem der NVA-Ableger in der 2. Liga, sozusagen der kleine Bruder von Dynamo Berlin.

Auch die Stasi hatte ihre Finger nach mir ausgestreckt. Als ich noch in die zehnte Klasse der KJS ging, musste ich mit ein paar Mitspielern ins Brandenburger Stasi-Büro. Da saß dann so ein Dicker von der Staatssicherheit und redete auf uns ein. Wie wir denn zur DDR stehen, wollte der wissen, und noch lauter so blöde Fragen. Man muss sich unsere Situation vorstellen: Wir waren 16, und für uns konnte es nur darum gehen, uns mit dem System irgendwie zu arrangieren. Schließlich wollte ich weiter Fußball spielen, wollte vielleicht meinen Führerschein machen. Das ging zum Beispiel bei der "Gesellschaft für Sport und Technik", die zur NVA gehörte.

Weil wir damals noch zu jung waren, um der Stasi dienlich sein zu können, gingen wir aus dem Büro wieder raus, ohne was unterschreiben zu müssen. Aber uns war schon klar, dass die Stasi-Leute irgendwann mal irgendwas von uns verlangen werden. Vielleicht Spitzeldienste, was weiß ich.

Im Nachhinein ist es für mich dann optimal gelaufen. Ich konnte weiter Fußball spielen, konnte für läppische 300 Ost-Mark meinen Führerschein machen - sogar den für LKW. Und ehe es mit dem Militärdienst Ernst wurde, hatte sich die Sache erledigt. So, wie es sich etwas später auch mit der DDR erledigt hatte.

Als Fußballer haben wir besonders von der Wende profitiert. Auch wenn wir damals noch Nachwuchs-Kicker waren, verdienten wir schon ganz ordentlich. Wir bekamen zum Beispiel „Trainingsgeld“, dafür gab es eine eigene Bewertungsskala, auf der unsere Trainer Punkte verteilen konnten. Darum konnten wir uns auch mit unseren Ost-Mark schon ‘ne Menge der Westprodukte leisten, die es ab 1989 auch bei uns zu kaufen gab. Valensina-Orangensaft zum Beispiel, Warsteiner-Bier, Fünf-Minuten-Terrinen oder verschiedene Duschgels. Heute hört sich das alles nach Kleinigkeiten an - aber wir haben uns damals ein ganz klein wenig wie die Made im Speck fühlen dürfen.

Und nicht zuletzt eröffnete die Wende uns auch ganz neue Perspektiven für unsere Karriere. Mit Stahl Brandenburg stiegen wir sensationell in die 2. Bundesliga auf. 1992 flatterte dann das Angebot von Fortuna Köln auf den Tisch. Auch der FC St. Pauli und damals auch schon der VfL Wolfsburg sollen Interesse gehabt haben. Köln wurde als erster Verein konkret - und bei der Chance, im Westen spielen zu können, musste ich nicht lange überlegen.

© Roy Präger