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Mir ist heute so türkisch zumute Aufgabenindex Über die Heimat I + II
 
 
Hier ist meine Heimat
Deutsch-türkisches Leben
 
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Hatice Akyün »Mokkagläser mit Goldrand«
 
Mit dem Text arbeiten Zitate kommentieren
Das Auto ist des Menschen liebstes Kind Zitate aus einem Interview


 1. Mit dem Text arbeiten: Gruppenarbeit zu Personen und Themen
 a.

Gruppenarbeit I
Im Text werden die einzelnen Familienmitglieder vorgestellt. Findet so viele Informationen über die einzelnen Personen wie möglich und bereitet eine mündliche Präsentation vor. Ihr solltet eure Präsentation mit Zitaten aus dem Text ergänzen.

  • Der Vater
  • Die Mutter
  • Die Brüder Mustafa & Mehmet
  • Die Schwestern Fatma, Elif und Gönül
  • Die Ich-Erzählerin (Die Autorin selbst) 
 b.

Gruppenarbeit II

Im Kapitel kommen auch weitere Themen vor:

  • Die Wohnungseinrichtung
  • Die Beherrschung der deutschen Sprache
  • Der Besuch der Eltern in Berlin
  • Die Unterschiede zwischen Mutter und Tochter

Findet zu diesen Themen Informationen im Text und bereitet eine mündliche Präsentation vor. Ihr solltet euren Vortrag mit Zitaten aus dem Text untermauern.

 

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 2. Zitate kommentieren
  Partnerarbeit: Lest euch abwechselnd die folgenden Zitate laut vor und übersetzt sie falls das notwendig ist. Sucht euch anschließend vier Zitate aus, die ihr auf Deutsch kommentieren möchtet. Bereitet eine kurze mündliche Präsentation vor: 
 
  • Mein Vater ist voller Sehnsucht nach seinem Zuhause - je nachdem wo er sich gerade aufhält.
  • Niemals würde mein Vater ein anderes Auto fahren als einen Mercedes.
  • Es gibt zwei Gesetze, die bezüglich meiner Mutter bei uns ohne Ausnahme gelten: Nur sie darf auf dem Beifahrersitz des Mercedes sitzen, und sie hat immer Recht.
  • Im Türkischen gibt es kein grammatikalisches Geschlecht, weder männlich, weiblich noch sächlich. Meine Mutter meint, dass es Unsinn sei, aus allen Dingen Männer und Frauen zu machen, und fragt, ob sie tatsächlich nötig seien, weil sie bisher jeder verstanden hätte, wenn sie sagte: »Wenn Essen auf Tisch, alle viel freuen.«
  • Mustafa ist neben mir das andere schwarze Schaf in der Familie. Er ist Anfang zwanzig und ein Filou, der mit Handys und Markenklamotten Geschäfte macht. Manchmal profitiere ich von seinem Handel, dann verkauft er mir etwas sehr günstig, weil ich doch seine »Schiwester« bin.
  • Mein anderer Bruder Mehmet ist angepasster und weniger draufgängerisch. Er ist gerade Ende zwanzig und eröffnete vor zehn Jahren sein erstes Computerfachgeschäft, in dem er türkischen Kunden die neue Technologie erklärte, und zwar in der Sprache, die sie auch verstanden - auf Türkisch.
  • »Warum tust du dir das bloß an?«, fragt sie [Fatma] einmal mehr, wenn ich ihr von meinem stressigen Berufsleben erzähle.»Ich sitze gerade hier und trinke Tee. Mein Mann ist bei der Arbeit, die Kinder in der Schule, und nachher gehe ich zum Friseur.« Sie trägt immer die trendigsten Frisuren, ihre Nägel sind rot lackiert, die Augenbrauen perfekt gezupft. Kurz bevor ihr Mann nach Hause kommt, geht sie rasch einkaufen, damit etwas zu Essen da ist
  • Meine jüngste Schwester heißt Elif, ist ebenfalls verheiratet und lebt mit ihrer Familie im Ruhrpott. Sie hat einen Deutsch-Türken geheiratet, den sie bei McDonald's kennen gelernt hat. Mit ihm hat sie zwei Töchter und einen Sohn, die kaum mehr türkisch sprechen, und eine Satellitenschüssel, die sie mit ihrer Familie täglich leer guckt.
  • Sie [Gönül] ist das Sprachrohr der Familie, und wenn ich Informationen über meine Eltern haben möchte, dann bin ich bei ihr an der richtigen Adresse.
  • Vor fünf Jahren zog ich wegen eines Jobs nach Berlin. Seither wechsle ich zwischen diesen beiden Städten hin und her. In Berlin tue ich und lasse ich, was ich will, und wenn ich nach Duisburg komme, halte ich am Ortseingang kurz an und tausche meinen kurzen Rock gegen einen knielangen. So viel Zugeständnis an die türkische Tradition gestatte ich mir inzwischen. Schließlich bin ich in Duisburg bei meinen Eltern zu Gast.
  • Nur einmal haben mich meine Eltern in meinem Berliner Leben besucht. Wenn ich ehrlich bin, kamen sie hauptsächlich, um auf die Hochzeit eines entfernten Cousins zu gehen. Niemals wären sie auf die Idee gekommen, die 539 Kilometer zurückzulegen, nur um ihre Tochter zu sehen.
  • Meiner Mutter erscheint mein Leben bedauernswert und traurig. Weil es sich nicht lohne, für eine Person zu kochen, müsse ich essen gehen. Sie empfindet essen gehen als Bestrafung, und Restaurants seinen für Menschen, die keine Familien hätten.
 

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 3. Das Auto ist des Menschen liebstes Kind
 

Im Text erfahren wir, dass der Vater von Hatice Akyün einen Mercedes fährt.

  1. Der Vater ist sehr stolz auf seinen Mercedes. Wie kommt das im Text zum Ausdruck? Dokumentiere mit Zitaten aus dem Text.
  2. Versuche zu erklären, warum unter anderem der Mercedes bei Türken in Deutschland so beliebt ist.(Siehe unten im Feld mit weißem Hintergrund)
  3. Warum könnte es für Deutsch-Türken eine besondere Bedeutung haben in einem Mercedes in den Sommerurlaub in die Türkei zu fahren?
  4. Welche anderen Automarken sind deiner Meinung nach bei Türken populär?
  5. Kann man dieses Bild auch in Dänemark wieder erkennen?
 
»Jeder fünfte Türke in Deutschland fährt einen Mercedes - aber nur einer von siebzehn Deutschen! [Zeit online/Wirtschaft – Sandra Pfister: »Die Seele umschmeicheln«. Ob Autohersteller, Bausparkasse, Stromanbieter oder Telefonfirma – Ethno-Marketing soll die kaufkräftigen Minderheiten in Deutschland ködern.«][Quelle: Zeit onlinbe/Wirtschaft]
 

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 4. Zitate aus einem Interview mit Hatice Akyün
 
Folgende Zitate sind einem Interview mit Hatice Akyün entnommen, das im Februar 2009 von Planet Interview mit Hatice Akyün durchgeführt wurde. Der Artikel lautet:
Warum muss ich einen Migrationshintergrund haben?
Lies dir die Zitate durch und beantworte anschließend folgende Fragen:
  1. Welche Themen spricht Hatice Akyün hier an?
  2. Welchen Eindruck macht Hatice Akyün auf dich?
  3. Welche Rolle spielt Humor im Leben von Hatice Akyün und wie kommt das auch in "Mokkagläser mit Goldrand" zum Ausdruck? 
 

Ich bin in Deutschland aufgewachsen, das ist das Land, in dem ich leben möchte, in dem ich meinen Beruf als Journalistin ausüben kann, und die ersten 35 Jahre meines Lebens war ich Hatice Akyün. Jetzt bin ich ein »Mensch mit Migrationshintergrund«. Ich will nicht abgestempelt werden, ich will keinen Hintergrund.

Mein Sprachgefühl für die deutsche Sprache habe ich zuerst über das Fernsehen entwickelt. Heute läuft bei vielen türkischen Familien nur noch türkisches Fernsehen, was ich sehr schade finde. Mein Menschenverstand sagt mir, dass das vielleicht der Grund dafür ist, dass so viele Kinder der dritten Generation nicht mehr richtig Deutsch sprechen lernen. Belegen kann ich das allerdings nicht.

Ich bin schon immer mit sehr viel Humor durch das Leben gegangen. Wenn jemand mit Erstaunen zu mir gesagt hat: »Sie sprechen aber gut Deutsch«, habe ich entgegnet: »Sie aber auch«. Ich kenne türkische Frauen, die darauf verbittert reagieren würden, so nach dem Motto »Was denken Sie denn, ist doch selbstverständlich, dass ich Deutsch spreche.« Aber in dem Moment, wo ich sage, »Sie aber auch« weiß derjenige sofort, was ich damit meine und sagt »Stimmt, da haben sie natürlich recht.« Ich habe ihn dann auf eine andere Art und Weise dazu gebracht, über sein Vorurteil nachzudenken. Und wir haben dabei noch gemeinsam gelacht.

Frau Akyün, könnten Sie uns zum Schluss noch eine Definition von Heimat geben?
Akyün: Ich habe da ein Bild in meinem Kopf: Heimat ist für mich die A42, die durch Duisburg geht. An einer bestimmten Stelle sieht man Hochöfen, die in den Himmel ragen. Ich kenne die A42 wirklich in- und auswendig. Aber auch wenn ich zum eine millionsten Mal dort vorbeifahre, berührt es mich - das ist Heimat.

 

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