Kontakt
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- DIE STRUMPFHOSE
- Text-Puzzle
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1. |
- Text-Puzzle (Gruppenarbeit - Gruppen aus je 4 Personen)
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- Jeder Teilnehmer der Gruppe berichtet über den eigenen
Textausschnitt (siehe unten A, B, C, D).
- Die Gruppe sammelt die Textausschnitte in richtiger Reihenfolge.
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A. |
- Meine Schwester hatte mich also mitgenommen zu Sabine Breisig,
wo noch einige andere Kinder waren, alle schon sieben oder acht
Jahre alt. Wenn du fünf bist, sind Siebenjährige so
etwas wie der Hochadel. Wahnsinnig interessante Leute. Die gingen
ja schon zur Schule. Vor lauter Ehrfurcht wagte ich nicht, nach
der Toilette zu fragen. Ich kreuzte die Knie und litt und wartete
auf den Moment, wo meine Schwester mich zufällig ansehen
und es merken würde. Aber meine Schwester hasste es, mich
anzusehen. Und dann war ich nicht mehr imstande, es zurückzuhalten,
und sagte schnell: "Ich glaube, ich muss mal aufs Klo."
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B. |
- "Ich glaube, das ist wohl schon zu spät",
sagte jemand, und alle sahen dorthin, wo es unter meinem kurzen
Faltenrock heraustropfte. Ich trug eine Wollstrumpfhose. Sie
war weiß und kratzig. Diese Strumpfhosen waren wirklich
die Pest. Ständig rutschten sie auf halb acht, und der Schritt
saß in der Höhe der Kniekehlen. Wenn ich mit meiner
Mutter unterwegs war, hob sie mir in regelmäßigen
Abständen den Rock über die Hüften - völlig
egal, wo wir gerade waren -, klappte den Rock hoch, raffte mit
beiden Händen den Wollstoff und zerrte mir die Strumpfhose
bis unter die Achseln. Und dann waren die Dinger auch noch teuer,
und man durfte auf keinen Fall ein Loch hineinmachen.
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C. |
- Als ich fünf Jahre alt war, habe ich einmal bei Breisigs
auf den Teppich gepinkelt. Heute fällt es mir nicht mehr
schwer, davon zu erzählen. Aber in dem Augenblick, als es
passierte, als mir der Urin nass und heiß die Beine herunterlief,
da war es überhaupt kein Trost, erst fünf Jahre alt
zu sein. Dieser Vorfall hat mir mein ganzes Leben bis zum Ende
der Grundschulzeit vergällt. Noch in der vierten Klasse,
wenn ich einfach bloß so auf dem Pausenhof stand und an
meinem Schulbrot kaute oder mit Marina Hase und Gundula Driest
Gummitwist sprang, kam plötzlich meine ältere Schwester
vorbei, sagte unvermittelt: "Weißt du noch, wie du
bei Breisigs auf den Teppich gepinkelt hast? ", und schlenderte
weiter. Der Tag war dann natürlich gelaufen.
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D. |
- Meine Schwester hatte mich damals mitgenommen zu Breisigs.
Das muss eine absolute Ausnahme gewesen sein. Eigentlich hasste
mich meine Schwester. Bloß wenn sie mit Steffi von Ackeren
Prinzessin spielte, durfte ich dabei sein. Einmal hat uns jemand
in unseren Kostümen fotografiert. Auf dem Foto trägt
Steffi von Ackeren einen mit einer Schärpe gerafften Rock
und eine um den Kopf gewickelte Gardine. Meine Schwester trägt
ein Kleid meiner Mutter, das bis auf den Boden schleppt. Als
Schleier hat sie einen Unterrock genommen, dessen Gummizug sich
um ihre Stirn spannt. Ich stehe zwischen ihnen und habe so eine
Art Kittel an. Ein Herrenoberhemd. Ich war der Sklave. Meistens
spielten wir in Steffis Kinderzimmer. Wenn meine Schwester nach
Hause ging, behielt Steffi von Ackeren mich noch eine halbe Stunde
da, um mich mit einer Hundeleine zu fesseln und mir Stecknadeln
in die Hand zu stechen. Meine Aufgabe dabei war es, nicht das
Gesicht zu verziehen und nicht zu weinen. Darin wurde ich mit
der Zeit richtig gut.
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