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›23 - Nichts ist so wie es scheint‹
 
SCHRIFTLICHE AUFGABEN
 
Aufsatz
 
AufgabenOversættelsePatrouillendienste


AUFGABEN

Du musst Aufgabe 1 und 2 und eine von den Aufgaben 3 beantworten.

  1. Übersetze den dänischen Text ins Deutsche.
  2. Schreibe über ›Patrouillendienste‹, indem du insbesondere auf die Hacker und ihr Weltbild fokussierst.
  3. Freie Aufgaben
    1. Schreibe in der Rolle als Urmel einen Artikel über Karl für das Hacker-Infoblatt ›TAP‹
    2. Schreibe einen Brief an Karl, in dem du ihm über deine Haltung zum Hacken mitteilst.
    3. Diskutiere die Ethik der Hacker, so wie sie von Steven Levy formuliert ist.

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Oversættelse

Filmen ›23 Nichts ist so wie es scheint‹ bygger på en autentisk historie om Karl Koch. Han bliver født 22. juni 1965 i Hannover, søn af Agnes og Werner Lothar Koch, der er leder af lokalredaktionen på avisen ›Hannoversche Allgemeine Zeitung‹.

Karl Koch er lillebror til den 8 år ældre Christine og den 16 år ældre Ulrike, som bor hos bedsteforældrene. Det fortælles om familien, at der ofte var skænderier, fordi faderen for det meste kom sent hjem og oven i købet halvfuld.

Karl bliver som 6-årig sendt i skole. Han må gå 1. klasse om, fordi han har svært ved at stave. Karls mor bliver syg af kræft, da Karl er 8 år. Hun dør 3 år senere. Karl fulgte ofte sin mor til strålebehandling på sygehuset. Søsteren Christine kommer som 15-årig på et behandlingshjem på øen Langeoog, men hun stikker hele tiden af og lever et belastet liv som narkoman. Hun prøver flere gange at begå selvmord.

Karl får af sin far til sin 14-års fødselsdag bogen ›Det gyldne æble‹ Det er anden del af romantrilogien ›Illuminatus‹. Gaven er sikkert en fejltagelse, men den er starten på Karls historie, som filmen beretter om.

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Patrouillendienste

Anfang der achtziger Jahre erreichen erste Berichte über die Heldentaten von US-Hackern Deutschland. Für "das Revolutionärste, was es zur Zeit gibt", hält der Maler und Bildhauer Robert Rauschenberg die Hacker. "Viel mehr als in der Musik oder in der Kunst oder in der Schreiberei oder im Filmemachen, denke ich, dass die Zukunft bei den Computer-Hackern liegt. Das ist die wirklich subversive Tätigkeit! Ich wüsste zu gerne, wie das geht, es ist wunderbar!"
John T. Draper wird zu einem Vorbild der noch jungen Szene. Sein Pseudonym ›Captain Crunch‹ hat Draper einer Cornflakes-Marke entlehnt. Er saß irgendwann beim Frühstück, blies auf einer Kinderpfeife, die der Packung beigelegt war, und bemerkte, dass er mit dieser Pfeife kostenlose Ferngespräche führen konnte. Die Spielzeugpfeife hatte genau die richtige Frequenz, um den Gebührenzähler in der Vermittlungsstelle abzuschalten. Von diesem Augenblick an konnte Draper zum Nulltarif um die ganze Welt telefonieren. Er hat den Hörer abgehoben, auf seiner Pfeife geblasen und sich dann um die ganze Welt verbinden lassen, bis zum Apparat im Nebenzimmer, auf dem er sich dann mit leichter Zeitverzögerung hören konnte.
Captain Crunch arbeitet mittlerweile für eine große Telefongesellschaft. Sein Werdegang nach dem Motto: "Hacke das System, hinterlasse eine Spur, werde ein bisschen berühmt und lass dich von den Bossen entdecken" ist längst zum Mythos geworden.

Richard Cheshire ist die zweite große Hackerlegende aus den USA. Auch sein Name ist ein Pseudonym, hergeleitet von einer Figur aus dem Roman ›Alice im Wunderland‹. Er gab Anfang der achtziger Jahre das Hacker-Infoblatt ›TAP‹ heraus, in dem er seinen Freunden Tipps gab, wie man kostenlos telefonierte. In einem ›Spiegel‹-Interview aus dem Jahr 1983 sagt Cheshire: "Wir sind eine ganz kleine seriöse amerikanische Firma. Wir schreiben nur, was die Kids nicht tun sollen, und zwar ganz detailliert. ›Ihr sollt nicht einen 2,4 Kilo-Ohm-Widerstand parallel schalten mit einem 0,3 Mikrofarad-Kondensator und es in dieser Form an die Telefonleitung anschließen. Das wäre nicht erlaubt.‹"

Während die Behörden noch darüber nachdenken, ob sich hierzulande überhaupt eine solche Szene entwickeln könnte, findet Anfang 1984 im Hamburger Buchladen ›Schwarzmarkt‹ die Gründungsversammlung des Chaos Computer Clubs statt. Im Grundsatzprogramm des CCC heißt es: "Wir fordern die Verwirklichung des neuen Menschenrechts auf zumindest weltweiten freien, unbehinderten und nicht kontrollierbaren Informationsaustausch unter ausnahmslos allen Menschen und anderen intelligenten Lebewesen."
"Patrouillendienste am Rande der Unkenntlichkeit" will der CCC leisten. Die Öffentlichkeit soll auf die Problematik des Datenschutzes aufmerksam gemacht werden, sagen Gründungsmitglieder Wau Holland und Steffen Wérnery. "Wir haben es in Deutschland - im Vergleich zu andern Ländern - geschafft, dass Hacker nicht schon von vornherein nur negativ in der Presse dargestellt werden. Wir sind immer offensiv freundlich aufgetreten, haben gesagt, die Hacker zeigen Schwachstellen im Sicherheitsbereich auf, machen nebenher vielleicht ein bisschen Quatsch, aber abgesehen davon sind sie ja ganz sympathische Jungs, die freundlichen Hacker von nebenan."
In der ersten Ausgabe der CCC-Publikation ›Datenschleuder‹, heißt es: "Computer sind Spiel-, Werk- und Denkzeug; vor allem aber: das ›wichtigste neue Medium‹. Wir stinken an gegen die Angst- und Verdummungspolitik in Bezug auf Computer sowie die Zensurnahmen von internationalen Konzernen, Postmonopolen und Regierungen."

Die Hacker der ersten Stunde handeln gemäß den Grundsätzen der Hacker-Ethik, die US-Autor Steven Levy als Erster in seinem Buch ›Hackers‹ formuliert hat: "1. Zugriff auf Computer und alles Wissen, was dir hilft, Vorgänge auf der Welt zu verstehen, muss uneingeschränkt und umfassend sein. Das Prinzip des Mitmachens gilt überall.
2. Alle Informationen sollen gratis sein.
3. Misstraue Autoritäten - fördere Dezentralisierung.
4. Beurteile Hacker nach ihrem Handeln, nicht nach überholen Kriterien wie Diplomen, Alter, Rasse oder Stellung‹"

Karl schreibt in seinem Lebenslauf: "Ich lebte unter strenger Abkapselung von meiner Umwelt und meinem Freundeskreis bis auf ein paar Ausnahmen. Mit tage- und nächtelangen Hacksessions und kommunizierte meist nur noch mit Hilfe des Computers, dieses aber in großem Ausmaß. Mit stundenlangen Dialogen mit Studenten und Computerspezialisten. Täglich rauchte ich etwa ein Gramm Haschisch und nahm gelegentlich Speed und selten LSD-Trips.
Ich widme meine Zeit nur noch dem Computer. Aus den USA schwappte eine Welle von Berichten über Computerpiraten herüber. Für mich stand fest, ich würde von nun an unter dem Pseudonym ›Hagbard Celine‹ in der europäischen Hackerszene aktiv werden. Schon kurze Zeit später gründete ich mit ein paar Freunden einen Computerstammtisch, als Ableger vom Chaos Computer Club Hamburg. Meine bundesweiten Kontakte, die sich schnell ergaben, standen unter dem Motto: ›Ein Hacker ist keiner, wenn die Telefonrechnung höher als 50 DM oder weniger als 1000 DM beträgt.‹
Autodidaktisch erlernte ich schnell den Umgang mit Großrechenanlagen, die ich via Telefonleitung anzapfte, und wurde bald in den Rängen der Hackerelite aufgenommen."

Karl beschreibt in einem Text, wie es einem Hacker nach einer langen Hack-Nacht gelingt, an einen der Zentralpunkte des Star-Wars-Projektes zu gelangen und dort einen großen Rechner zu knacken: "Er schafft es, dieses Monstrum zu ›entjungfern‹ und entdeckt dann eine seltsame Mitteilung in dem fremden Rechner. Das Paradies, es schwebte in goldenen Lettern über seinem Bildschirm, bot man ihm doch dort an, was er sich schon immer erträumte. Er würde Systemmanager werden, auf einer von tausend VAX 8800, er würde sich alles aussuchen können, hätte das perfekte Leben. Vorbei die Zeit der trockenen Kekse vom Kiosk, nie wieder jeden Tag nur Cola. Er würde arbeiten können, was er wollte, hätte ein großes Auto, und er könnte den Spezialisten auf die Finger sehen. Und dazu dieses Gehalt, diese steuerlichen Vergünstigungen, er könnte auf Kur gehen, um sich von den langen Nächten zu erholen, wäre Privatpatient, hätte eigene Psychologen und Psychiater - und er würde nie wieder mit so ungebildeten Schwachköpfen zu tun haben müssen, die meinen, Computer seien gefährlich.
Er könnte jeden Tag von morgens bis abends mit Leuten seines Standes in kompliziertester Weise fachsimpeln, ohne dieses unsinnige Genöle der Unwissenden. Und - vielleicht - tja vielleicht würde er ja dann auch die Frau seiner Träume treffen, die dazu noch Computerspezialistin ist ... "

Urmel

Im ›Bistro Casa‹ treffen sich die Mitglieder von Karls Hackerrunde zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Wegen der damaligen Postleitzahl Hannovers heißt die Gruppe ›Leitstelle 511‹. Im Casa begegnet Karl auch zum ersten Mal einem 28-jährigen Programmierer, der sich Urmel nennt. Er ist Mitglied der Jungen Union, ein unauffälliger, ruhiger Typ, der in geordneten Verhältnissen lebt. Urmel besitzt große Kenntnisse über Computer und Software. Karl hat vom Programmieren keine Ahnung, er interessiert sich auch nicht dafür. Trotzdem halten ihn bald viele für einen begnadeten Hacker. Das muss kein Widerspruch sein, denn Karl hat Phantasie und sehr viel Geduld.
Urmel sagt: "Für mich war Karl der hoch stehende Superhacker aus Hannover, und so wurde er auch von allen gehandelt. Er wusste, in welchen Netzwerken man wo hinkommt in dieser Welt. Er hat sich immer bedeckt gehalten. Man musste ihm was im Austausch geben. So war das bei den Hackern: Geh ich dir Information, gibst du mir Information"

Wir treffen Urmel im Cafe ›Metropol‹ am Weißekreuzplatz in Hannovers Innenstadt. Sein markantestes Merkmal ist vielleicht seine Unauffälligkeit. Als der vollschlanke Mann im beigen Trenchcoat durch die Tür tritt, würde niemand auf die Idee kommen, dass er mehrere Hausdurchsuchungen hinter sich hat und wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit vor Gericht stand. Urmel sieht sich nach uns um, begrüßt uns höflich. Er ist der einzige Gesprächspartner, mit dem wir beim "Sie" bleiben. Sein freundliches Lächeln, seine zuvorkommende Art - Urmel könnte Bankangestellter oder Unternehmensberater sein. Sein seriöses Auftreten hat ihm damals geholfen, den Weg in ein normales Leben zurückzufinden. Er hat immer noch mit Computern zu tun, arbeitet in einer kleinen Hannoveraner Firma als Programmierer.

Hagbard und Urmel haben sich damals nicht viel Gedanken über die Konsequenzen ihrer Einbrüche gemacht: "Wir wollten in fremde Rechner rein und dabei unseren Spaß haben. Sonst war da nichts. Wenn wir in den Rechner reinwollten, wollten wir da rein. Das war schon ein sehr zielstrebiges, schnelles Vorgehen." Für die betroffenen Firmen entstanden Kosten und jede Menge Ärger, aber noch war das Ganze nicht strafbar. Damals war Hacken vor allem eine sportliche Herausforderung, die von der Öffentlichkeit mit gewisser Sympathie verfolgt wurde.

Bei einem Hack ins Kernforschungszentrum ›Fermilab‹ in Chicago ist Hagbard in vorderster Front dabei. Der dortige Netzwerkmanager versucht, Hagbard und andere mit Hilfe des FBI, des BKA und der Bundespost dingfest zu machen. Wegen der schlechten Beweislage und der noch fehlenden Gesetzesgrundlage bleibt der Einbruch jedoch ohne Konsequenzen für die Beteiligten. Auch die ›Optimis‹-Datenbank im Pentagon ist damals, genau wie heute, ein beliebtes Ziel für Hacker. Urmel: "Unser erster Pentagon-Einbruch lief über das University College of London. Die Amis haben das bis dahin zurückverfolgt, und dort in London wurde der Rechner dann für eine Woche abgeschaltet, aber bis zu uns führte die Spur nicht. Vor einer Sache hatte sogar Karl damals Respekt: In NORAD* einzusteigen, so wie das in dem Film ›War Games‹ gezeigt wird, das war eigentlich das gemeinsame Ziel von Koch und mir gewesen. Koch hatte dann eines Tages auch den Zugang entdeckt." Urmel erzählt, dass sie zunächst einmal furchtbar Schiss bekommen haben. "Wir loggen uns da nicht ein, sonst gehen garantiert irgendwo rote Lichter an. "

* Network Organization for Research and Developement: Kontrollzentrum für strategische Luftabwehr der USA
 


© Aus: Hans-Christian Schmid -Michael Gutmann: 23 - Die Geschichte des Hackers Karl Koch (dtv 1690, München 1999)

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